Mit dem WOL-CircleFinder kannst Du online nach WorkingOutLoud-Circles suchen oder auch selbst einen ins Leben rufen. Die Circles können virtuell, Face to Face oder auch hybrid stattfinden. In unserem heutigen Gastbeitrag berichtet Euch Leonid Lezner, wie es zu der Idee des WOL-CircleFinders kam und was er dabei gelernt hat.

Vor einiger Zeit wurde ich von WorkingOutLoud angefixt und habe seitdem mehrere Circles durchlaufen. Jeder Circle war etwas Neues und Besonderes, weil natürlich immer neue Menschen dabei sind und die WOL-Erfahrung durch ihre persönliche Art und Lebensgeschichte bereichern. Eine Gemeinsamkeit hatten die Zirkel für mich jedoch: Die Art, wie schnell Menschen zusammenarbeiten können, um gemeinsam ihre persönlichen Ziele zu verfolgen.

Was für viele WOL-Neulinge sehr ungewohnt und erfrischend ist und in den meisten Circles für ein Aha-Erlebnis sorgt, ist die spontane bereitwillige Hilfe und gegenseitige Unterstützung der anderen Teilnehmer, wenn sie ihre gegenseitigen Ziele besprechen. Und so durfte ich aus erster Hand erfahren, was Kollaboration und eigenmotivierte, produktive Zusammenarbeit bedeuten. Wenn dies Menschen zusammenbringt und ihnen den Raum gibt, sich zu entfalten, dann entstehen wunderbare Dinge.

Wie findet man WOL-Interessierte außerhalb des eigenen Unternehmens?

Im Internet gab es diverse WOL Communities auf den bekannten Plattformen wie LinkedIn und Twitter. Man konnte eine Circle-Anfrage dort posten und lange warten, bis eine Reaktion eintraf. Es gab kein Team, das die Circles zusammengestellt und moderiert hat. Ich empfand den Zustand als unbefriedigend und habe mich gefragt, warum es nur diesen Weg gibt: „Wenn ich im WOL-Circle lernen soll, wie man die sozialen Netze nutzt, dann kann ich doch nicht in sozialen Medien nach dem ersten Circle suchen! Viele Menschen, die in keiner der sozialen Plattformen angemeldet sind, haben kaum eine Chance einen Circle zu finden. So wurde die Idee geboren: Wir brauchen eine einfache Möglichkeit für die Circle-Gründungen, den CircleFinder.

Der WOL-CircleFinder – Von der Idee zu Realisierung

Ideen sind aber natürlich nicht besonders viel Wert, wenn aus ihnen keine Projekte werden. Und so entschloss ich mich, mit der Planung und Entwicklung des CircleFinders zu starten. Die Planung des Tools war dabei sehr wichtig: Welche Funktionen soll es geben, wie sieht das Layout und Design aus? Wie sehen die User Stories aus und wie sorge ich für eine gute Nutzererfahrung? Ich erinnere mich noch gut, wie ich im Urlaub mit der Familie in einem Notizbuch herumkritzelte und die ersten Entwürfe machte. Ich hatte zwar Erfahrung im Bereich Webentwicklung noch aus dem Nebenjob aus der Studienzeit, eine vollständige Webapplikation habe ich jedoch noch nie entwickelt. Und mir war klar, dass ich nicht viel Zeit habe, denn einen Hauptjob habe ich ja auch noch. Also muss der CircleFinder agil entwickelt werden: Ich plane die Features, hole Feedback aus der Community, setze die Features um und lasse einige wenige Nutzer die Software ausprobieren. Schnelle Zyklen mit MVPs, für die jedoch immer galt: Quality first. Die Qualität der Software muss gewährleistet sein, auch wenn nicht so viele Features angeboten werden. Es ist einfach, sich in die Welt der Nutzerwünsche zu stürzen, neue Funktionen einzubauen. Wenn die Software jedoch nicht stabil funktioniert oder langsam ist, wird sie kein Vertrauen gewinnen und schlussendlich keine Anwender finden.

Kurze Iterationen und häufige Feedbackschleifen als Schlüssel zum Erfolg des CircleFinders

Das kleine Projekt CircleFinder hat mich gelehrt, dass die meisten Ideen die erste Begegnung mit der Realität nicht überstehen. Sie müssen sich anpassen und wandeln, denn nur so kann ein Produkt entstehen, welches den Menschen auch einen Nutzen bringt. Ohne eine Planung kann man keine Implementierung starten. Man sollte sich schon einige Gedanken über das grobe Bild des Produktes machen. Allerdings darf diese Phase nicht zu lange isoliert vom Anwender verlaufen. Man muss sich Feedback holen, auch wenn man nur Ideen und Skizzen hat. Nicht unbedingt öffentlich und mit vielen Anwendern, jedoch mit einer ausgewählten „Nutzerschaft des Vertrauens“. Die Feedbackschleifen klein zu halten, reduziert das Risiko, dass etwas Falsches entwickelt wurde.

Mit dem Feedback der ersten Nutzer durchlief der CircleFinder mehrere Schleifen: Planen, anpassen, Feedback holen, wieder planen usw. So konnte ich mit relativ wenigem Zeitaufwand und ständigem Lernen die erste Version des CircleFinders abschließen. Dank der Unterstützung der Community wurde die Applikation nicht im „stillen Kämmerlein“ entworfen und entwickelt, sondern immer mit Rückmeldung der ersten Nutzer. Die erste Version, die öffentlich freigegeben wurde, unterschied sich nicht sonderlich stark von der aktuellen Version, ich musste nicht viel anpassen, weil die Nutzer plötzlich damit nicht arbeiten konnten.

Der CirlceFinder soll Menschen miteinander verbinden

Der CircleFinder war mein Wunsch und Versuch der WorkingOutLoud Community etwas zurückzugeben. Eine Plattform zu entwickeln, die Menschen zusammenbringt und durch neue Beziehungen ihr Leben bereichert. Denn die Lernmethode hat mir vieles gegeben: Neben der persönlichen Weiterentwicklung und besserem Umgang mit digitalen Kommunikationskanälen hat sich mein Netzwerk rasant vergrößert. Ich konnte dank WOL viele Gäste für meinen Podcast finden und die Bekanntheit des Formats steigern. Zu wissen, dass das Ergebnis meiner Arbeit etwas Positives im Leben vieler anderer Menschen bewirken kann, ist für mich der größte Antrieb auch in der Freizeit zu arbeiten. Es gibt mir den Ausgleich zu der leider noch zu mechanischen Arbeit in Großkonzernen und die Möglichkeit komplett autonom Ideen zu treiben.

Die Entwicklung und die Bereitstellung der CircleFinders hatte noch eine andere Erkenntnis in mir hervorgebracht: Müssten wir nicht alle etwas mit unserem Wissen und Fähigkeiten anstellen, was der Allgemeinheit zugutekommt? Einen Teil unserer Zeit dafür aufwenden, die Welt etwas besserer zu machen? Es sollte nicht sein, dass wir unser Wissen nur zum Zwecke des Geldverdienens einsetzen und „nur für uns“ behalten. Ich konnte mich bei dem CircleFinder mit den Fertigkeiten und Know-How einbringen, welche dem Projekt zugute kamen und so diese der Community „spenden“.

Es war eine spannende und lehrreiche Zeit und hat mir jede Menge Erfahrung gebracht, auf die ich auch in der Arbeit als Projektleiter in der Softwareentwicklung gerne zurückgreife.