Zeit zu sparen durch technischen Fortschritt ist mittlerweile zu Selbstzweck verkommen. Dieses kurze Video aus der Quarks-&-Co.-Folge „Wie die Zeit vergeht“ zeigt sehr anschaulich, warum der technische Fortschritt, der es uns ermöglichen möchte, Zeit zu sparen, genau das Gegenteil davon bewirkt: nämlich ein Gefühl von weniger Zeit und mehr Stress.

Im Grunde ist das animierte Kreisdiagramm im letzten Drittel der erhellendste Teil des Beitrags: die meisten Menschen, die Stress und Erschöpfung im Arbeitsalltag und ihrem Privatleben empfinden, sind großartige Organisationskünstler: Die Organisation des E-Mail-Postfaches ist perfektioniert. Mobiles Arbeiten über den Laptop und das Smartphone sind für viele schon Standard. Ein ausgeklügeltes Ticketsystem in der Firma für alltägliche Arbeitsabläufe hilft, Zeit zu sparen und so weiter und so fort…

All das sind Fähigkeiten und Fertigkeiten, die dazu führen, dass wir Zeit sparen, indem wir für unsere Aufgaben immer weniger Zeit benötigen. Die Frage ist nur: Was machen wir mit der Zeit, die wir dadurch gespart haben? Um Stress zu reduzieren, helfen die oben genannten Beispiele zur Effizienzsteigerung eben nicht, sondern verschlimmern ihn vielmehr. Die Arbeitszeit bleibt schließlich gleich, auch wenn wir die Arbeitsprozesse verkürzen. Was bleibt, ist ein Arbeitstag, der nicht mehr nur fünf Aufgaben beinhaltet, sondern zehn, fünfzehn oder noch mehr Aufgaben. Kommen Überstunden hinzu, so werden auch hier in einer Überstunde mehr Aufgaben bewältigt als zuvor.

Stressreduzierung im Unternehmen bedeutet also nicht die Verkürzung von Arbeitsprozessen, sondern die Verringerung der Anzahl von Arbeitsprozessen.