Es gibt Menschen, denen sollte man lieber nichts in die Hand geben und sie dann unbeaufsichtigt lassen. Weil sie so viel Kreativität mitbringen, dass sie sich selbst durch das Froschquaken eines Kinder-Klaviers zu einem Lied inspirieren lassen. Wenn Du Dir das nicht vorstellen kannst, solltest Du Dir einmal „Amphibians Night Out“ von Matthias IA Eklundh anhören.

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Das ist zugegebenermaßen ein wirklich „schräger“ Song. Ich denke aber, dass es unstrittig ist, dass es Eklundh meisterhaft gelingt, durch sein Spiel Froschgequake zu imitieren. (Auch wenn einem die Musik selbst vielleicht nicht gefallen mag.) Wenn Du Dich jetzt fragst, ob sich solche kreativen Ideen auch gezielt „produzieren“ lassen, beziehungsweise, wie man ihre Entstehung begünstigt, lautet die Antwort: Ja, das geht!

Spannenderweise erzählt Eklundh selbst eine interessante Geschichte, wie er zu einer seiner ungewöhnlichen Ideen kam. Auf einer seiner Reisen nach Spanien wurde sein Koffer von der Fluggesellschaft nach Finnland geschickt. Für solche Fälle versorgen die Fluggesellschaften die Reisenden mit One-Size-Fits-All-Survival-Paketen inklusive Einheitsunterhosen und kleinen Plastikkämmen. Wenn man sich Eklundhs Haarpracht jedoch einmal anschaut, sieht man schnell, dass er mit diesen kleinen Kämmen nicht viel anfangen kann…

Kreativität durch Langeweile

Die pure Langeweile beim Warten auf seinen Koffer, gepaart mit nicht vorhandenem WLAN auf dem Hotelzimmer, aber „bewaffnet“ mit einer Gitarre und einem Kamm, führte dann dazu, dass Eklundh erforschte, ob es nicht auch möglich ist, Gitarrensaiten „zu kämmen“ und ihr dabei irgendwie interessante Töne zu entlocken.

Mit dieser kleinen Anekdote bestätigt Eklundh das, was auch Kreativitätsforscher wie beispielsweise John Kounios und Mark Beeman für das Auftreten kreativer Einfälle herausgefunden haben: Langeweile – also Zeit, in der wir unsere Aufmerksamkeit nicht auf spezielle, äußere Reize richten – hat eine wichtige Funktion für Aha-Erlebnisse und kreative Ideen. Gerade das Abkapseln von Sinneseindrücken begünstigt Einsichten und neue Einfälle, während ständige, neue Einflüsse eher kontraproduktiv sind. Es lohnt sich also, das Handy und andere elektronische Nervtöter des Öfteren mal abzuschalten, um seinem Hirn Gelegenheit zu geben, kreativen Impulsen die Möglichkeit zur Entstehung zu geben.

Wenn Du übrigens glaubst, ich hätte mir die Geschichte mit dem Saiten-Kämmen nur ausgedacht, hab ich hier noch den Gegenbeweis:

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