Was haben wir nicht alle in den letzten paar Jahren mit uns gerungen, um eine Unternehmensvision zu kreieren? Teure Berater wurden engagiert, die mit Buzzwords um sich warfen und das Unternehmen einmal auf links gezogen haben. Zumindest soweit, wie es ihnen gestattet war. Ich glaube, wir sind uns darüber einig, dass oftmals nicht viel daraus geworden ist. Ja, man hat eine Unternehmensvision und hat sie auch sicherlich in schicke kleine Bücher drucken lassen und an alle verteilt. Aber irgendwie hat sich dann doch nichts geändert.

Es ist doch enttäuschend, wenn man all die Mühen und Kosten auf sich genommen hat, um diese Vision erarbeiten zu lassen und dann eben diese schicken Bücher in den Schubladen der Mitarbeiter ihr ungelesenes Dasein fristen. Ohne jemals die Anerkennung gefunden zu haben, die sie verdienen. Wir haben uns doch so viel davon versprochen! Mehr Motivation, mehr Umsatz, mehr von allem. Wir wollten doch mit der Zeit gehen und diese Neue Arbeit einführen. Und dazu gehört eben auch irgendwie eine Unternehmensvision. Unsere Mitarbeiter nörgeln aber weiter und der Umsatz ist auch nicht gestiegen. Sehr enttäuschend. Also wieder zurück zum Business as usual!?

Halt! Stopp!

Bevor wir jetzt alles wieder verwerfen und die Unternehmensvision mitsamt den Beratern in die Tonne schmeißen, lasst uns doch einmal einen Moment innehalten und uns der Wurzeln besinnen. Was ist das eigentlich nochmal, diese Unternehmensvision? Wofür ist sie gut und was bringt sie mir als Unternehmer, Geschäftsführer etc. und vor allem meinem Unternehmen und vielleicht auch den Mitarbeitern? Brauche ich eigentlich wirklich eine? Recht einfache Fragen und irgendwie gibt es auch auf diese sogar recht einfache Antworten.

Eure Unternehmensvision ist Euer Leitstern

Eure Vision sollte etwas sein, woran Ihr wirklich, wirklich glaubt. Etwas, das Ihr ersehnt, was Euch begeistert. Etwas durchweg Erstrebenswertes. Zu viel des Guten? Wir machen es etwas greifbarer: Denkt einmal bitte zurück an das letzte Jahr (oder die letzten zwei, oder drei Jahre). Da gab es doch sicherlich diesen einen Moment bei der Arbeit, in dem Ihr Euch zurückgelehnt habt und einfach nur zufrieden oder gar begeistert wart. An dem Tag seid Ihr nach Hause gefahren (oder gelaufen), mit einem breiten Grinsen oder einem zufriedenen Lächeln, ob nun innerlich oder äußerlich. Und genau das war der Moment, an dem Ihr Eure Vision im Kern erfahren habt. Euer eigenes WARUM, wie Simon Sinek es beschreibt.

Und hier sind wir auch an einem der Knackpunkte angelangt, wenn es um Unternehmensvisionen geht. Wir hatten diesen Aspekt bereits in einem unserer Beiträge zum Just Cause beschrieben. Eine Vision ist immer etwas ganz Persönliches. Etwas, das aus der Vergangenheit der jeweiligen Person stammt. Wie also kann man erwarten, dass hunderte, tausende oder auch nur zig Mitarbeitende im Unternehmen diese teilen? Kann man nicht. Ganz einfach. Daher ist jeder Versuch, in einem bestehenden Unternehmen eine Unternehmensvision anderen einfach überstülpen zu wollen, zum Scheitern verurteilt. Wir möchten es an dieser Stelle noch einmal ganz klar machen: Es ist NICHT möglich! Ihr werdet daran scheitern.

Die Alternativen

Nachdem wir nun wissen, was nicht funktioniert, können wir uns den Alternativen zuwenden. Es besteht zum Beispiel die Möglichkeit, alle gemeinsam eine Unternehmensvision erarbeiten zu lassen. Das funktioniert natürlich nur bis zu einer gewissen Größe des Unternehmens. Denn Ihr könnt Euch vorstellen, wie es laufen würde, wenn man tausend Menschen nach ihrem ganz persönlichen WARUM fragt. Dieses WARUM kann dann natürlich auch „nur“ ein Konsens sein, was bei Weitem besser ist, als kein gemeinsames Ziel zu verfolgen.

Eine zweite Alternative ist es, gemeinsam ein Just Cause, eine Berufung zu entwickeln, der sich alle anschließen können. Diese richtet sich nicht in die Vergangenheit, sondern ist eine Vision (hier ist mit Vision etwas Sichtbares gemeint) der Zukunft. Zugleich ist es etwas so viel Größeres, Unerreichbares, dass sich hier mehr Schnittstellen von vielen Menschen ergeben können, als bei einer Unternehmensvision.

Ich will anders arbeiten!

Wir öffnen Räume und helfen Euch, diese Freiräume zu erobern!

Kontaktier uns, wenn Du unsere Unterstützung bei der Weiterentwicklung Deines Teams, Deiner Abteilung oder Deines Unternehmens brauchst. Wir helfen Euch dabei, Eure Organisation zu einem wandlungsfähigen Organismus zu entwickeln.
Ich will anders arbeiten!

Brauche ich überhaupt eine Unternehmensvision?

Ich glaube, wir sind uns alle einig, dass es diese bestimmten Unternehmen gibt, in denen die Mitarbeiter einfach so gerne zur Arbeit kommen. Das sind zumeist kleine Geschäfte, wie zum Beispiel die KFZ-Werkstatt von nebenan, wo der grummelige, aber herzensgute Chef einfach alles tut, um seinen Mitarbeitern entgegen zu kommen und die Mitarbeiter nichts lieber tun, als an Autos rumzuschrauben.

Aber machen wir uns nichts vor. Das ist eine Seltenheit. Je größer das Unternehmen wird, desto schwieriger wird es, eine familiäre Stimmung aufrecht zu erhalten. Und umso schwieriger wird es, mit allen Mitarbeitern einen persönlichen Kontakt zu pflegen, ihre Stimmung und persönlichen Befindlichkeiten wahrzunehmen. Und genau das ist es, wo eine gemeinsame Unternehmensvision, ein gemeinsames Ziel Euch helfen kann.

Was bewirkt eine Unternehmensvision?

Betrachten wir nun die Frage, die sicherlich vielen unter den Nägeln brennt. Was bringt mir eine Unternehmensvision eigentlich? Diese Frage ist auch relativ einfach zu beantworten. Sie ermöglicht es allen, ein klares Ziel vor Augen zu haben. Etwas, das ihrer Arbeit einen Sinn gibt. Ein Ziel, auf das man hinarbeitet oder das man immer wieder aufs Neue erreichen möchte. Und wie wir wissen, sind Gemeinschaft und sinnstiftendes Arbeiten grundlegende Aspekte, die Motivation fördern. Und motivierte Menschen leisten freiwillig mehr, als das übliche 9 to 5. Das ist in vielen Studien bewiesen worden.

Noch etwas Wichtiges zum Schluss

Wir möchten an dieser Stelle noch einmal betonen, wie wichtig es ist, einer Unternehmensvision auch zu folgen, wenn man eine hat. Ihr solltet diese zwar im Laufe der Zeit immer wieder auf den Prüfstand stellen, denn eine Unternehmensvision ist nicht in Stein gemeißelt und sollte sich auch den Zeiten anpassen. Aber ihr könnt sie nicht einfach wechseln wie ein Kleidungsstück. (Das Gleiche gilt natürlich auch für die Unternehmenskultur). Und ihr müsst sie auch leben. Eine Unternehmensvision, die nicht gelebt wird, ist wie ein Buch, dass in einer Schreibtischschublade verschwindet und dort vergessen wird.