Neben den stark demotivierenden Einflüssen der dissonanten Führungsstile „Fordern“ und „Befehlen“ hat die medizinische Forschung in den letzten Jahren immer mehr Belege für den negativen Einfluss dieser Führungsstile auf unsere Gesundheit gefunden. Schlechte Führung verursacht sozialen Stress, der sich in einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen niederschlägt und uns anfälliger für Infektionen macht.

Nadia Wagner, die gemeinsam mit George Fieldman und Trevor Hussey eine Studie zum Einfluss von Führungskräften und der Arbeitsumgebung durchführte, fand beispielsweise heraus, dass der Blutdruck der Mitarbeiter im Durchschnitt 13 % ansteigt, wenn sie sich vor dieser Führungskraft „fürchten“; die Spitzenwerte betrugen sogar bis zu 20 %. Diese Studie ist somit ein deutlich Hinweis darauf, dass Fairness, Selbstentscheidung und Rücksichtnahme Faktoren sind, die das Risiko für Herzerkrankungen bei den Mitarbeitern senken können.(1) Eine andere Studie belegt, dass Mitarbeiter, die sich zu Unrecht kritisiert fühlen und deren Vorgesetzte kein offenes Ohr für die Probleme ihrer Mitarbeiter haben, ein 30 % höheres Risiko haben, herzkrank zu werden.

Ursachen

Auch wenn Stress ein sehr individuelles Phänomen ist – schließlich sind die Faktoren, die Stress entstehen lassen, von Person zu Person aufgrund persönlicher stressverstärkender Denkmuster sehr unterschiedlich – lassen sich grundsätzlich einige allgemeine Prinzipien festhalten, welche die Entstehung sozialen Stresses erklären können. Zunächst einmal neigen Menschen in untergeordneten beruflichen Positionen dazu, aufkeimenden Ärger gegenüber dem Vorgesetzten zu unterdrücken, was sich negativ auf ihre Gesundheit auswirkt. Der Blutdruck erhöht sich und das Stresshormon Kortisol hat langfristig negative Auswirkungen auf das Immunsystem des Körpers. Auch Margaret Kemeny konnte durch eine Studie belegen, dass ganz besonders Situationen, die wir nicht unter Kontrolle haben oder in denen wir (ungerechtfertigter) Kritik ausgesetzt sind, den Kortisolausstoß um das Dreifache erhöhen: Hierzu reicht bereits eine einfache Rechenaufgabe (!), die vor einem „Prüfungsausschuss“ vorgerechnet werden muss.

Das Erleben von Kompetenz und das Gefühl, einer Aufgabe gewachsen zu sein, hat also neben den motivationalen Aspekten und der Tatsache, dass Kompetenz auch der Grundpfeiler für das Flow-Erleben ist, auch gesundheitlich positive Auswirkungen.

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Gute Beziehungen machen gesund

Eine Möglichkeit, die Gesundheit der eigenen Mitarbeiter zu pflegen, ist das Etablieren guter Beziehungen. Shelden Cohen führte hierzu eine großangelegte Studie durch: Er steckte eine Auswahl von Versuchspersonen gezielt mit einem Schnupfen an und stellte fest, dass Probanden, die kontinuierlich mit (persönlichen und beruflichen) Konflikten konfrontiert waren, ein doppelt so hohes Risiko hatten zu erkranken als Vergleichspersonen, deren Beziehungsnetzwerk positiv und stabilisierend war.

Resonante Führung zur Gesundheitsförderung

Neben einer Vielzahl weiterer Vorteile – etwa in den Bereichen Motivation und Informationsfluss – hat resonante Führung also auch positive Auswirkungen auf die Gesundheit der eigenen Mitarbeiter. Und ganz nebenbei sorgt das Reduzieren von Stress auf der Arbeit auch noch dafür, dass Empathie gefördert wird.

Anmerkungen   [ + ]

1.The findings imply that creating a social milieu in the workplace characterised by fairness, empowerment, and consideration is likely to provide one inexpensive strategy for reducing the risk of cardiovascular disorders, particularly for employees in the lower strata of the organisational hierarchy.