Muss man immer gleich ein ganzes Unternehmen umkrempeln? Nein, sagen Lydia Schültken und ihre Mitautoren. In ihrem Buch Workhacks veranschaulichen sie prägnant und leicht nachvollziehbar, dass Veränderung im Team und im Kleinen anfängt. Aus dieser Veränderung von Arbeitsabläufen und Denkweisen in Teams kann sich jedoch durchaus ein unternehmensweiter Changeprozess ergeben, der Tür und Tor für Innovationen öffnet.

Aufmachung und Aufbau

Workhacks beinhaltet eine kurze Einleitung und insgesamt 6 Kapitel, wobei jedes Kapitel einen Workhack vorstellt. Besonders spannend: Das gesamte Buch ist in Form eines Gesprächs geschrieben, innerhalb dessen zunächst eine Kurzgeschichte erzählt wird. Danach erfolgt ein Austausch der beiden „Gesprächspartner“ über diese Geschichte. Abschließend ist für jedes Kapitel, jeden Workhack noch eine Übersicht eingefügt, die folgende Komponenten beinhaltet:

  • Kurzbeschreibung des Workhack

  • Wofür ist der Workhack hilfreich?

  • Was man beachten sollte

  • Welche Hilfsmittel werden benötigt

Jedes Kapitel ist zudem von einem anderen Autoren/einer anderen Autorin, so dass sich eine spannende Mischung der Schreibstile ergibt.

Inhalt

Was sind eigentlich Workhacks und worum geht es? Workhacks sind laut ihrer Erfinderin und Autorin dieses Buchs Lydia Schültken

„erprobte, minimalinvasive Regeln oder Methoden, um bestehende Zusammenarbeit und die Arbeitsergebnisse zu verbessern.“

Sie basieren grundlegend auf den Forschungsergebnissen von Edward Decis zum Thema Motivation (Autonomie, Flow, Gemeinschaft), sind spielerisch und kreativ einsetzbar und vor allem nicht in Stein gemeißelt. Bei euch funktioniert ein Workhack nicht bzw. bringt euch nichts? Dann hört damit auf! Ihr habt basierend auf einem Workhack etwas Eigenes konzipiert? Super! Ausprobieren!

Workhacks dienen zunächst nicht dazu, ein ganzes Unternehmen auf den Kopf zu stellen. Sie sind unkompliziert, schnell und ohne großen Aufwand umzusetzen und fangen genau da an, wo ihr gerade steht. Sie wirken sozusagen von innen nach außen, von klein zu groß und sollen Veränderung im Team bewirken.

Welche Workhacks werden im Buch vorgestellt?

Wie bereits beschrieben, werden in diesem Buch 6 Workhacks vorgestellt. Als da wären: Fokuszeit, Slack Time, Timeboxing, Stärkenfokus, Retrospektive (nach Scrum) und der Y-Talk (why-talk).

Alles neu? Nicht ganz….

Wenn man die coolen, hippen Namen mal wegnimmt, kommt einem das ein oder andere schon sehr bekannt vor. Das Thema Fokuszeit und Timeboxing z. B. wird seit Jahren (wenn nicht gar seit Jahrzehnten) in Zeitmanagement-Seminaren abgearbeitet. Die Slack Time ist spätestens seit Google & Co in aller Munde und auch der Stärkenfokus erinnert zumindest grob an ein 360-Grad-Feedback. Wer nach Scrum arbeitet, für den ist die Retrospektive ein alter Hut.

Ist Workhacks demnach ein überflüssiges Buch, die Methoden veraltet und belanglos? Beileibe nicht! Ebenso wie NewWork selbst ist die dahinterstehende Idee nicht neu. Aber es ist die Kombination, der aktuelle Kontext und die fortschreitende Hilflosigkeit der Unternehmen angesichts der neuen Herausforderungen, die dieses Buch zu einem absoluten Muss machen.

Praxisbezug

Der Praxisbezug von Workhacks ist enorm. Zunächst einmal sind die Methoden wirklich (!) überall und jederzeit einsetzbar. Zum anderen: Hand hoch, wem die Krageltec GmbH nicht bekannt vorkommt… Keiner? Na bitte. Und zu guter Letzt finde ich die abschließenden Zusammenfassungen in jedem Kapitel extrem hilfreich und übersichtlich. Herausforderungen (ähm, Probleme) bezüglich der Einführung von Workhacks seht Ihr so sicherlich gelassener entgegen.

Preis

Ja, das Buch ist kein schweres Gerät und mit 182 Seiten auch auf den ersten Blick nicht gerade weitschweifend. Aber es lohnt sich dennoch das Geld in die Hand zu nehmen.

Fazit

Obwohl mir einiges an den Inhalten sehr bekannt vorkam, hat sich das Lesen dieses Buches für mich gelohnt. Abgesehen davon, dass ich noch nie ein Fachbuch in 3 Tagen durchgelesen habe, hat mir Workhacks auch an der ein oder anderen Stelle eine neue Sicht auf die Dinge gegeben. Falls Du noch nicht ganz überzeugt bist, kannst Du auch noch auf die Webseite von Lydia Schültken und ihrem Team schauen. Dort findest Du einige spannende Workhacks – kostenfrei!