Vor einigen Wochen erschien das neuste Buch The Invincible Company von Alexander Osterwalder und seinen Co-Autoren, die sich nun schon zum vierten Mal den Themen Innovation und Strategie widmen. Da mir bereits die Vorgänger gut gefallen haben, war ich mir relativ sicher, auch dieses Mal nicht enttäuscht zu werden. Spoiler: Ich sollte richtig liegen.

Aufmachung und Aufbau

The Invincible Company gliedert sich in insgesamt 5 Teile, die unterschiedlichen Umfang haben. Den Anfang macht der Teil Tools, in dem auf insgesamt 49 Seiten die sogenannte Portfolio Map vorgestellt wird. Hier wird noch einmal zwischen Explore Portfolio und Exploit Portfolio und unterschiedlichen Ansätzen bzw. Methoden unterschieden, die auf der Portfolio Map zum Einsatz kommen.

Teil 2 Manage vertieft das in Tools vorgestellte Canvas weiter und gibt eine Menge Unternehmensbeispiele, mit denen verdeutlicht wird, wie die jeweilige Strategie auf der Portfolio Map dargestellt werden kann. Wenn Du die bisherigen Bücher von Alexander Osterwalder ebenfalls gelesen hast, werden Dir auf den folgenden 92 Seiten eine Menge Wiederholungen begegnen. So werden das Business Model Canvas, der Design Test und die Risiko-Arten wie Feasibility, Desirability und Viability Risk aus Testing Business Ideas oder auch die Assumption Map aus Value Proposition Design noch einmal (kurz) erläutert. Neu hinzu kommen die Project Scorecard, das Performance und das Trend Assessment.

Teil 3 und Teil 4 von The Invincible Company visualisieren über das Business Model Canvas verschiedene Muster (Patterns). Hier wird die Zweiteilung zwischen Exploration und Exploitation aus Teil 2 also beibehalten. In Teil 3 findest Du auf insgesamt 88 Seiten eine umfangreiche Invent Pattern Library. In Teil 4 findest Du die gleichen Ansätze auf weiteren 66 Seiten in der Improve Pattern Library. Im Großen und Ganzen ähneln diese beiden Teile dem Teil Patterns aus Business Model Generation, sind aber deutlich umfangreicher und ausführlicher.

Der abschließende fünfte Teil Culture stellt auf den letzten 49 Seiten die neue Culture Map vor, mit deren Hilfe Du eine Unternehmenskultur entwerfen kannst, die mehr Raum für Innovation in Deiner Organisation schaffen soll.

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Inhalt

Inhaltlich bietet The Invincible Company vor allem mit der Portfolio und der Culture Map zwei neue Werkzeuge, mit denen sich Innovation besser handhaben und fördern lässt. Besonders die verschiedenen Actions, die je nach Situation (Exploration vs. Exploitation) vorgeschlagen werden, dürften dabei durchaus hilfreich sein. So kannst Du beispielsweise im Explore Portfolio zwischen Ideate, Invent, Persevere, Pivot, Retire, Spinout oder Transfer wählen – je nachdem, wie die Situation sich gerade auf Basis Deiner Erkenntnisse (Experimente) darstellt.

Die Culture Map hingegen wirkt ein wenig zu einfach für ein so komplexes Thema auf mich, allerdings habe ich sie auch noch nicht in der Praxis angewendet. Der Denkansatz gefällt mir jedoch grundsätzlich. Die Fragestellungen der Project Scorecard, sowie dem Performance und Trend Assessment bieten eine Menge hilfreicher Perspektiven, mit denen sich das aktuelle Business Model Canvas gut analysieren lässt.

Daneben bietet The Invincible Company jedoch kaum grundsätzlich neue Aspekte, die nicht auch schon in einem der drei Buch-Vorgänger aufgeführt wären. Allerdings erhältst Du zu diesen bekannten Themen deutlich mehr Details, die in den Vorgängern manchmal fehlen oder zu knapp dargestellt wurden.

Praxisbezug

Alexander Osterwalder ist mit The Invincible Company wieder einmal ein sehr gutes Buch gelungen, das viele bekannte Tools erweitert und durch einige neue ergänzt. Der praktische Nutzen der Tools ist außerordentlich hoch, da diese vor allem durch ihre Einfachheit und Klarheit bestechen. Das wird Dir helfen, Innovation (intern wie extern) gut zu kommunizieren.

Mit dem mittlerweile vierten Buch setzt Osterwalder jedoch bereits ein Menge Vorkenntnisse voraus. Ich bezweifle deshalb, dass Dir dieses Buch viel Nutzen stiften wird, wenn Du die drei vorherigen Bücher nicht kennst.

Preis

Mit knapp 33 Euro erhältst Du auf 400 Seiten einen detaillierten Einblick in bekannte Tools von Alexander Osterwalder. Obendrein gibt es dazu einige neue, ergänzende Werkzeuge.

Fazit

The Invincible Company ist sicherlich kein Must Read. Es ist vor allem etwas für diejenigen unter Euch, denen einige Aspekte in den bisherigen Büchern immer ein wenig zu kurz gekommen sind. Die Portfolio Map ist hingegen außerordentlich gut gelungen und hilfreich. Neueinsteiger sollten meiner Meinung nach mit Business Model Generation oder Value Proposition Design beginnen, da das aktuelle Machwerk eine große Menge Vorwissen erfordert.