Resonante Führung – Teil 3

Emotionale Kompetenzen

Home » Blog » Führung » Resonante Führung – Teil 3
  • Emotionale Kompetenzen

Resonante Führung – Teil 3

Den vier emotionalen Grundbereichen oder auch Domänen, die ich Dir im letzten Artikel vorgestellt habe, sind insgesamt 18 emotionale Kompetenzen zugeordnet, mit denen sich die Emotionale Intelligenz einer Führungskraft messen lässt. Nach Goleman machen diese Kompetenzen den Unterschied zwischen einer mittelmäßigen und einer exzellenten Führungskraft aus.

Dabei sollte man sich jedoch nicht von der Vielzahl der emotionalen Kompetenzen abschrecken lassen: In ihren Studien stellten Daniel Goleman, Richard Boyatzis und Annie McKee fest, dass keine noch so gute Führungskraft alle diese Fertigkeiten in besonders ausgeprägter Weise besitzt. Meist stachen sie mit etwa sechs bis acht besonders überdurchschnittlichen Kompetenzen hervor.

Interessant ist auch, dass das so genannte ECI (Emotional Competence Inventory) durch ein 360°-Feedback ermittelt wird, um so Verzerrungen und Ungenauigkeiten im Gegensatz zu Selbsteinschätzungstests zu minimieren. Außerdem ist wichtig, dass es sich um erlernbare Kompetenzen handelt und nicht etwa um feststehende Persönlichkeitsmerkmale, auf die wir als Mensch keinen oder nur sehr geringen Einfluss haben. Emotionale Intelligenz lässt sich also erlernen!

Im Folgenden erhälst Du einen Überblick über die einzelnen emotionalen Kompetenzen:

Selbstwahrnehmung

Diese emotionale Kompetenz gibt an, wie sehr sich eine Person der eigenen Emotionen und deren Wirkung auf sie selbst bewusst ist. Sie steht auch dafür, ob sich jemand bei seinen Entscheidungen von seiner Intuition leiten lässt.
Diese Kompetenz zielt auf die Schnittmenge von Selbst- und Fremdbild ab und spiegelt wider, wie gut jemand seine eigenen Stärken & Schwächen und seine Fähigkeiten & Grenzen kennt.
Wer sich seiner eigenen Fähigkeiten bewusst ist und sich somit möglichst gut selbst einschätzen kann, dem fällt es auch leichter, die für ihn passenden Aufgaben auszuwählen. Das bedeutet jedoch auch, dass diese Menschen mehr Selbstvertrauen in die Bewältigung von (selbstgewählten) Aufgaben haben als andere.

Selbstmanagement

Führungskräfte mit einer ausgeprägten emotionalen Selbstkontrolle können negative Emotionen und Impulse unter Kontrolle halten und sich auf positive Aspekte einer Situation konzentrieren.
Menschen, denen es gelingt, ihre Gefühle zu regulieren, fällt es leichter, diese auch nach außen hin zu zeigen. Sie vermitteln anderen somit Aufrichtigkeit, Integrität und Vertrauenswürdigkeit.
Wer seine Emotionen managen kann, der verfällt auch nicht in Panik oder Stress, wenn sich gewohnte Umgebungen und Umstände verändern. Ihm gelingt es vielmehr, sich flexibel an Veränderungen anzupassen oder eventuelle Hindernisse überwinden.
Die Aussicht auf Erfolg durch eine gute Selbsteinschätzung und ein hohes Selbstvertrauen führen zu einem großen Antrieb, die Leistung zu verbessern, um dem hohen persönlichen Standard gerecht zu werden.
Menschen, die ihre Emotionen in eine positive Richtung lenken können, zeigen in neuen Situationen eine erhöhte Bereitschaft, zu handeln und Gelegenheiten zu ergreifen.
Personen, die negative Emotionen kontrollieren und eine positive Grundeinstellung erzeugen können, gelingt es die positiven Aspekte einer (neuen) Situation zu sehen. Sie schauen daher meist optimistisch in die Zukunft.

Soziales Bewusstsein

Empathie meint die Fähigkeit, Emotionen anderer wahrzunehmen, ihre Sicht der Dinge zu verstehen und ein aktives Interesse für Ihre Anliegen zu zeigen.
Menschen, die Gefühle anderer gut wahrnehmen können, haben dadurch bedingt auch ein intuitives Gespür für Intressengruppen, Entscheidungsnetzwerke und ungeschriebene Regeln einer Organisation.
Führungskräfte mit ausgeprägtem sozialen Bewusstsein erkennen die Bedürfnisse von Mitarbeitern, Klienten und Kunden und haben das Bedürfnis, diese auch durch ihr eigenes Handeln zu unterstützen und zu erfüllen.

Beziehungsmanagement

Mit dieser Kompetenz ist gemeint, dass durch das Einbringen einer (gemeinsamen) Vision die Beziehungen der Teammitglieder untereinander gestärkt werden, da man ein gemeinsames Ziel verfolgt. Auch Gamification verfolgt diesen Aspekt durch Epic Meaning, denn gemeinsame Visionen stiften Identität und Gemeinschaft. Diese emotionale Kompetenz spiegelt sich insbesondere im visionären Führungsstil wider.
Personen, die diese Kompetenz besitzen, haben ein großes Repertoire verschiedener Taktiken, die sie einsetzen können, um andere zu überzeugen.
Mit dieser Fähigkeit ist gemeint, andere durch Feedback und Anleitung zu verbessern. Dies kann nur gelingen, wenn eine gemeinsame Beziehung untereinander hergestellt werden kann. Diese Kompetenz ist für den coachenden Führungsstil von besonderer Wichtigkeit.
Personen, die Beziehungen gut managen können, könnn häufig auch gut Veränderungen initieren, managen und lenken, da es ihnen gelingt, auch anderen die Furcht vor Neuem und Ungewissem zu nehmen und ihre Gefühle in eine positive Richtung zu lenken.
Wer Beziehungsaspekte versteht, dem gelingt es einfacher, Meinungsverschiedenheiten lösen, da er die Perspektiven anderer besser verstehen kann.
Führungskräfte, bei denen diese Kompetenz besonders ausgeprägt ist, haben verstanden, dass gemeinsame Ziele auch nur gemeinsam erreicht werden können. Sie fördern und ermöglichen Zusammenarbeit, Teambildung und kollaboratives Arbeiten.

Weiterentwicklung zum ESCI

Die emotionalen Kompetenzen des ECI360 sind seit einigen Jahren zum Emotional and Social Competence Inventory (ESCI) weiterentwickelt worden. Die bisherigen 18 emotionalen Kompetenzen wurden auf einen geringeren Umfang von 12 Kompetenzen reduziert, wobei viele der gestrichenen Kompetenzen in den anderen aufgehen:

Die Domäne der Selbstwahrnehmung wurde auf die emotionale Selbstwahrnehmung verringert (durch Wegfall der Kompetenzen „Zutreffende Selbsteinschätzung“ und „Selbstvertrauen“). Im Bereich Selbstmanagement entfielen „Transparenz“ und „Intiative“, während die Domäne „Soziales Bewusstsein“  um die emotionale Kompetenz „Servicebewusstsein“ gekürzt wurde. In der vierten Domäne „Beziehungsmanagement“ wurden die emotionale Kompetenz „Veränderungskatalysator“ herausgenommen.

Die beständige Weiterentwicklung des Konzeptes Emotionale Intelligenz zeigt auch, dass ein genaues Verständnis und eine exakte Definition noch lange nicht abgeschlossen sind. Trotzdem lassen sich die emotionalen Kompetenzen sehr anschaulich durch emotionale Führungsstile wiedergeben.

Kontaktieren

Resonante Führung

Kontaktiere mich, wenn Du Dich für eine Schulung, Fortbildungen oder andere Weiterbildungsmaßnahmen zum Thema 'Resonante Mitarbeiterführung' interessierst. Ich berate Dich gerne!
Kontaktieren

Über den Autoren:

Ich glaube an eine Arbeitswelt, in der Menschen darauf brennen, am Montag endlich wieder zur Arbeit gehen zu dürfen. Deshalb helfe ich Menschen, Unternehmen und Organisationen, Arbeitsumgebungen so zu gestalten, dass sich Motivation und Engagement entfalten können.

Hinterlasse einen Kommentar

Newsletter

Diese Website benutzt Cookies und anderes Teufelswerk. Näheres dazu findest Du auf unserer Datenschutz-Seite. Verwalte hier Deine Einstellungen Einverstanden

Angebote von Drittanbietern

Hier kannst Du auswählen, welche Angebote von Drittanbietern Du während Deines Besuches auf dieser Webseite erlauben möchtest und welche nicht.