Resonante Führung – Teil 4

Emotionale Führungsstile

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Resonante Führung – Teil 4

Nachdem Du im letzten Artikel die emotionalen Kompetenzen kennengelernt hast, geht es in diesem Artikel nun um die emotionalen Führungsstile. Dabei handelt es sich um insgesamt sechs verschiedene Führungsstile, die allerdings nicht vollkommen neu sind. Im Grunde handelt es sich um bekannte Führungsarten, die jedoch aus der emotionalen Perspektive betrachtet und bewertet werden.

Visionärer Führungsstil

Der visionäre Führungsstil zielt darauf ab, das eigene Team nicht (mehr) durch die Verteilung von Aufgaben zu führen, sondern durch das Kreieren einer gemeinsam geteilten Vision. Diese Vision dient allen als Leitbild für die eigene Aufgabenerledigung, schafft Freiräume und fördert Kreativität in ganz besonderem Maße. Der visionäre Führungsstil ist dann hilfreich, wenn sich ein Team großen Veränderungen ausgesetzt sieht und Orientierung benötigt.

Er hat eine außerordentlich große Auswirkung auf die Gefühlslage der Mitarbeiter, denn er bietet viele Freiheiten. Das setzt allerdings voraus, dass die Mitarbeiter auch soweit ausgebildet sind, mit diesen Freiräumen effizient umgehen zu können. Nach Goleman sind für den visionären Führungsstil vor allem die EI-Kompetenzen Inspiration, Transparenz und Empathie notwendig.

Auch bei agil arbeitenden Teams ist der visionäre Führungsstil im Grunde der einzig sinnvolle Führungsstil, da Scrum Teams selbstorganisiert arbeiten.

Coachender Führungsstil

Der coachende Führungsstil soll das, was eine Person will und möchte, mit den Zielen des Unternehmens verbinden. Hier wird eine engere Beziehung aufgebaut und der Mitarbeiter seinen eigenen Wünschen und Interessen entsprechend aus- und weitergebildet, um ihn dann auf eine für ihn passende Position zu besetzen oder ihm neue Fähigkeiten zu geben, um eine bereits ausgeführte Tätigkeit noch besser zu erfüllen. Dieser Führungsstil erfordert somit eine Menge Beziehungsmanagement, denn nur wenn es gelingt, möglichst viel über die Wünsche und Interessen des Mitarbeiters zu erfahren, kann seine Weiterentwicklung erfolgreich sein. Auch der coachende Führungsstil wirkt sich sehr stark auf die Gefühlslage der Mitarbeiter aus; im Vordergrund stehen die EI-Kompetenzen Empathie und Mitarbeiterentwicklung.

Gefühlsorientierter Führungsstil

Bei diesem Führungsstil steht die Pflege von Beziehungen im absoluten Vordergrund. Der Umgang mit verschiedenen Sichtweisen zu polarisierenden Themen, das Lösen von Konflikten oder die Verbesserung von Kommunikation sind die Aspekte des gefühlsorientierten Führungsstils. Notwendige EI-Kompetenzen für diesen Führungsstil sind Kooperation, Teamwork und Empathie. Eine mögliche Methode, gefühlsorientiert zu führen, ist beispielsweise Humble Inquiry. Der gefühlsorientierte Führungsstil hat außerdem eine gute bis sehr gute Wirkung auf die Gefühlslage der Mitarbeiter. Nutzt man diesen Führungsstil jedoch ausschließlich, kann es schnell dazu kommen, dass wichtige Unternehmensziele (und Kennzahlen) zu sehr aus dem Blick geraten.

Demokratischer Führungsstil

Wie der Name schon vermuten lässt, gibt man den Mitarbeitern beim demokratischen Führungsstil ausgesprochen viel Mitspracherecht bei wichtigen (auch unternehmensrelevanten) Entscheidungen. Auch dieser Führungsstil erzeugt viel Resonanz unter den Mitarbeitern und fördert die Motivation, getroffene Entscheidungen umzusetzen, bzw. diese nicht beständig anzuzweifeln, da die Mitarbeiter diese ja (alle gemeinsam) getroffen haben. Diese Art der Entscheidungsfindung sorgt also für eine große Akzeptanz durch die Mitarbeiter. Allerdings sollte man bedenken, dass eine Mehrheitsentscheidung nicht automatisch auch die beste Entscheidung ist. Bei diesem Führungsstil sind Empathie, Teamwork, Kooperation und Konfliktmanagement gefragt.

Wenn Du Dich intensiver mit diesem Führungsstil und dem Thema Unternehmensdemokratie im Allgemeinen beschäftigen möchtest, empfehle ich Dir auch das Buch Alle Macht für niemand von Andreas Zeuch.

Fordernder Führungsstil (Dissonant)

Der fordernde oder leistungsorientierte Führungsstil zählt zu den sogenannten dissonanten Führungsstilen. Das bedeutet nicht, dass er zwangsläufig unnötig ist, sondern lediglich, dass man sich – wenn man ihn anwendet – darüber im Klaren sein sollte, dass dieser Stil dazu führt, die Atmosphäre im Team zu verschlechtern, wenn man ihn (fast) ausschließlich verwendet. Trotz allem gibt es natürlich Situationen, in denen es wichtig ist, den fordernden Führungsstil anzuwenden. So hat das Stecken von herausfordernden Zielen eine große motivationale Wirkung auf äußert kompetente Mitarbeiter und kann auch einen (freundlichen) Wettbewerb untereinander fördern. Auf Mitarbeiter, die sich diesen Herausforderungen nicht gewachsen fühlen, hat der Führungsstil nachvollziehbarer Weise eine demotivierende Wirkung.

Befehlender Führungsstil (Dissonant)

Auch der befehlende Führungsstil zählt zu den sogenannten dissonanten Führungsstilen und basiert auf den EI-Kompetenzen Initiative, Leistung und Einfluss. Anweisen durch Machtausübung steht hier im Vordergrund. Dieser Führungsstil kann hilfreich sein, wenn aufgrund eines Notfalls schnelle Entscheidungen getroffen werden müssen und lange Diskussionen nicht sinnvoll sind. Wird der befehlende Führungsstil ausschließlich genutzt, hat dies gravierende Auswirkungen auf die Atmosphäre innerhalb eines Teams.

Die Mischung macht’s

Keiner der sechs hier genannten Führungsstile ist für sich allein genommen ausreichend, um ein Team resonant und effizient zu führen. Jeder von ihnen hat Vor- und Nachteile und ist nur unter spezifischen Bedingungen optimal. Eine gute Führungskraft muss also wissen, wie die jeweilige Situation zu bewerten ist, um den jeweils passenden Führungsstil anzuwenden. Es ist also wichtig, eine passende Mixtur an Führungsstilen anwenden zu können, um das Beste aus seinem eigenen Team herauszuholen! Die Aneignung und Entwicklung der emotionalen Führungsstile erfolgt am effizientesten durch selbstgesteuertes Lernen.

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Über den Autoren:

Ich glaube an eine Arbeitswelt, in der Menschen darauf brennen, am Montag endlich wieder zur Arbeit gehen zu dürfen. Deshalb helfe ich Menschen, Unternehmen und Organisationen, Arbeitsumgebungen so zu gestalten, dass sich Motivation und Engagement entfalten können.

Ein Kommentar

  1. […] den stark demotivierenden Einflüssen der dissonanten Führungsstile „Fordern“ und „Befehlen“ hat die medizinische Forschung in den letzten […]

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