Resonante Führung – Teil 2

Biologie der emotionalen Intelligenz

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Resonante Führung – Teil 2

Nachdem wir im ersten Teil unserer Reihe „Resonante Führung“ herausgestellt haben, dass Emotionen einen großen Einfluss auf den (wirtschaftlichen) Erfolg eines Unternehmens und seiner Abteilungen haben, ist es nun an der Zeit, die Biologie emotionaler Intelligenz ein wenig genauer zu beleuchten und die vier Bereiche, welche die Grundlage dazu bilden, näher zu betrachten.

Eine resonante Führungskraft versucht, eine positive Atmosphäre zu erzeugen und diese bei ihren Mitarbeitern zu kultivieren. Je resonanter eine Führungskraft ist, desto weniger statisch sind die Interaktionen zwischen den einzelnen Personen eines Teams: Ideen teilen, voneinander lernen, gemeinsam Entscheidungen treffen etc. sind nur einige der offensichtlichen Effekte solcher Art des Führens. Je größer die emotionale Beziehung untereinander, desto größer ist auch die Sinnhaftigkeit und die Bedeutung der Arbeit selbst für jeden einzelnen.

Dissonante Führungskräfte hingegen erzeugen Angst, Zorn und Apathie. Letztlich führt das dazu, dass sich Mitarbeiter emotional abschotten, da Emotionen – wie wir gelesen haben – ansteckend sind und wir Personen, die negative Emotionen erzeugen, meiden. Eine Sonderform dieser dissonanten Führungskräfte ist der sogenannte Demogoge. Dieser sendet innerhalb des Unternehmens unterschiedliche und sich widersprechende emotionale Signale, sodass er die Mitarbeiter eher spaltet und Parteien erzeugt, statt sie zu einer Gruppe zu vereinen. Im Rahmen von Veränderungsprozessen und anderen schwierigen Situationen kann es auch der Fall sein, dass Strukturen und Abläufe negative Emotionen bei den Mitarbeitern erzeugen und die Führungskraft durch ihr Verhalten ganz widersprüchliche Signale sendet, was ebenfalls zu Problemen führt.

Die Biologie emotionaler Intelligenz

Schauen wir ein wenig hinein in den Kopf einer resonanten Führungskraft und beschäftigen uns mit der Biologie emotionaler Intelligenz. Wie gelingt es einer Führungskraft die eigenen Emotionen im Griff zu haben, bei anderen positive Emotionen zu erzeugen und so die Beziehungen untereinander zu verbessern? Das limbische System als Sitz unserer Gefühle und der rationale, denkende Teil unseres Gehirns sind zwei von einander zu unterscheidende Bereiche, allerdings sind sie untereinander verbunden und interagieren auch miteinander. Das ältere limbische System besitzt beispielsweise mit dem sogenannten Mandelkern ein Warnsystem für Gefahrensituationen, welches uns im Notfall in Alarmbereitschaft versetzt. Hierbei laufen dann biologische Standardprogramme für Flucht, Kampf oder Erstarren ab: Hormone werden ausgeschüttet, der Puls steigt, Muskeln werden angespannt etc. All dies bereitet uns für körperliche Höchstleistungen vor, die in der Frühgeschichte des Menschen durchaus sinnvoll waren, im Büroalltag des 21. Jahrhunderts jedoch wenig hilfreich sind. Der sogenannte präfrontale Cortex, ein entwicklungsgeschichtlich jüngerer und rationaler Teil des Gehirns, hat jedoch die Möglichkeit, Abläufe im limbischen System zu beobachten, zu überwachen und auch notfalls ein Veto einzulegen. Biologisch betrachtet ist emotionale Intelligenz also nichts anderes als ein optimal funktionierendes Interagieren dieser beiden Bereiche unseres Gehirns.

Doch es ist noch komplexer: das limbische System kann bei Gefahr den rationalen Teil des Gehirns nahezu abschalten, da es zum Einen vorgeschaltet ist und zum Anderen arbeitet es auch deutlich schneller als die jüngeren, rationalen Bereiche des Gehirns. Wenn wir Wut und Ärger nicht früh genug erkennen, wird es daher immer schwieriger, sich daraus zu befreien und den Verstand wieder zu aktivieren.

Die vier Grundbereiche der emotionalen Intelligenz

Aus der Biologie emotionaler Intelligenz heraus lässt sich daher argumentieren, dass resonante Führung zuallererst darauf basiert, dass wir unsere eigenen Gefühle (frühzeitig) erkennen müssen (Selbstwahrnehmung), um dann erst im zweiten Schritt die eigenen Emotionen regulieren können (Selbstmanagement). Gleiches gilt für das Erkennen von Emotionen bei anderen Menschen (Soziales Bewusstsein): auch hier bedarf es zunächst einer ausgeprägten Kompetenz, die eigenen Gefühle zu (er-)kennen. Erst im letzten Schritt sind wir dann in der Lage, Beziehungen mit anderen zu gestalten (Beziehungsmangement) und resonante Führung zu leben. Diese vier Domänen der emotionalen Intelligenz beinhalten verschiedene emotionale Kompetenzen.

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Über den Autoren:

Ich glaube an eine Arbeitswelt, in der Menschen darauf brennen, am Montag endlich wieder zur Arbeit gehen zu dürfen. Deshalb helfe ich Menschen, Unternehmen und Organisationen, Arbeitsumgebungen so zu gestalten, dass sich Motivation und Engagement entfalten können.

2 Kommentare

  1. […] Zwar sind alle Mitglieder „irgendwie“ an der „Emotionssuppe“ einer Gruppe beteiligt, jedoch hat die Führungskraft dieses Teams den größten Einfluss auf die Stimmungslage, wie schon Joseph Halloway in seiner Studie Leadership Behavior and Organizational Climate nachgewiesen hat. Der Führungskraft kommt daher ganz besondere Verantwortung für die emotionale Stimmungslage ihres Teams zu und sie muss – über resonante Führungsqualitäten – einen positiven Einfluss auf diese Stimmung ausüben. Wenn Dich für die biologischen Prozesse interessierst, die hinter emotionaler Intelligenz stecken, empfehle ich Dir den zweiten Teil dieser Artikelserie: Die Biologie emotionaler Intelligenz. […]

  2. […] vier emotionalen Grundbereichen oder auch Domänen, die ich Dir im letzten Artikel vorgestellt habe, sind insgesamt 18 emotionale Kompetenzen zugeordnet, mit denen sich die […]

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