Kreativprozesse mit de Bono

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Kreativprozesse mit de Bono

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Kreativprozesse zur Projektplanung lassen sich mit den sechs Phasen nach de Bono sehr gut in eine positive Richtung lenken, da die Phasen dazu beitragen, dass sich die Teilnehmer nicht in Diskussionen verstricken.

Artikelnummer: fwr-mk-011 Kategorie: Schlüsselworte: ,

Beschreibung

Zum Start eines Projektes kommt es in Besprechungen häufig dazu, dass sich die Teammitglieder in anstrengende und endlose Diskussionen verstricken. Das liegt zumeist daran, dass sie stark unterschiedliche Ansichten haben und die gesamte Thematik auch aus einer jeweils sehr unterschiedlichen Perspektive betrachten. In Kreativworkshops, bei denen es darum geht, sich über das spätere Projektvorgehen klar zu werden, nutze ich dabei als Moderator häufig die Sechs-Phasen-Methode nach de Bono. (Wobei ich die Reihenfolge der Phasen ein wenig abgewandelt und angepasst habe, damit sie besser zur Thematik passen.)

Gelbe Phase

In der gelben Phase steht optimistisches Denken im Vordergrund. Hier entwerfen die Teilnehmer eine gemeinsame Vision ihres Vorhabens. Es geht also zunächst darum, sich darüber klar zu werden, was man tatsächlich verwirklichen möchte, ohne direkt einschränkende Aspekte in den Fokus zu nehmen oder sofort zu Beginn des Kreativprozesses Bedenken zu äußern. (Dazu gibt es später genug Gelegenheiten!)

Mögliche Leitfrage

„Stellt Euch vor, alles das, was wir uns heute vornehmen, realisiert werden kann! Wie sieht unser Projekt dann in 2 Jahren aus?“

Umsetzungsmöglichkeiten

Die Teilnehmer des Kreativworkshops zeichnen ihre Vision des Projektes auf ein Flipchart. Das hat den Vorteil, dass die Visualisierung im Büro aufgehängt werden und somit immer wieder als Erinnerung dienen kann, damit das Team später seine Vision nicht aus den Augen verliert. Wichtig in dieser Phase ist, dass jegliche Bedenken und Einwände zurückgestellt werden, da diese zu einer späteren Phase gehören!

Grüne Phase

In der kreativen, grünen Phase werden nach de Bono Ideen und Überlegungen gesammelt, die notwendig sind, die in der gelben Phase entworfene Vision umzusetzen. Dabei werden noch keine Ideen verworfen oder aussortiert, etwa weil sie „zu fantastisch“ erscheinen!

Mögliche Leitfrage

„Was brauchen wir, um diese Vision umzusetzen?“

Umsetzungsmöglichkeiten

Die Teilnehmer notieren in Einzelarbeit Ideen auf (grüne) Metaplankarten oder PostIt!-Karten. Auch Partner- und sogar Gruppenarbeit ist hier denkbar.

Blaue Phase

In der dritten, blauen Phase wird Ordnung in die Ideen der Teilnehmer gebracht und die Ergebnisse aus der vorangegangenen Phase sortiert.

Mögliche Leitfrage

„Welche Themen- und Aufgabengebiete ergeben sich?“

Umsetzungsmöglichkeiten

Gemeinsam werden im Plenum die Metaplankarten (oder PostIt!-Karten) auf einer Moderationswand geclustert und mit Überschriften versehen. Die Überschriften kannst Du beispielsweise auf blauen Moderationskarten notieren. In dieser Phase der de-Bono-Methode kann sich bereits herausstellen, dass ganz bestimmte Aspekte besonders wichtig sind, beispielsweise weil sie von fast allen Teilnehmern getrennt notiert wurden. (Sofern Du die vorangehende Phase als Einzelarbeit gestaltet hast.)

Weiße Phase

In der weißen Phase geht es laut de Bono um analytisches und objektives Denken: Hier sollen sich die Teilnehmer auf Tatsachen und objektive Gegebenheiten konzentrieren. Dabei ist es wichtig, dass beim Sammeln dieser Punkte (vorerst) keine emotionale Beurteilung erfolgt.

Mögliche Leitfragen

„Welche Ideen, Aspekte oder Aufgaben lassen sich direkt umsetzen? Welche nicht? Woran liegt das?“

Umsetzungsmöglichkeiten

Voraussetzungen und organisatorische Gegebenheiten lassen sich meiner Erfahrung nach gut auf einem Flipchart sammeln. Es besteht aber auch die Möglichkeit, diese wieder auf weiße Moderationskarten zu schreiben und neben die geclusterten Arbeitsfelder auf der Moderationswand zu pinnen.

Schwarze Phase

In der schwarzen Phase steht das kritische Denken an, eben echte Schwarzmalerei!

Mögliche Leitfragen

„Was sind die Risiken unseres Vorhabens? Wo werden (höchstwahrscheinlich) Probleme auftreten? Wo sind wir vielleicht zu optimistisch gewesen? Was könnte im schlimmsten Fall passieren?“

Umsetzungsmöglichkeiten

Hier kann sich eine echte ToDo-Liste für die Teilnehmer des Workshops ergeben! Dadurch, dass die Vision des Projektes und ihre Voraussetzungen in den vorangegangenen Phasen bereits sehr klare Formen angenommen haben, kann man an dieser Stelle häufig konkrete Schritte herausarbeiten, die es zu klären gibt. Also beispielsweise: Wir müssen Abteilungsleiterin Meier von unserem Projekt überzeugen, damit sie mehr Ressourcen freigibt. Oder: Wir benötigen eine spezielle IT-Umgebung! Die ist viel zu teuer!

Rote Phase

In der roten Phase geht es darum, dass die Teilnehmer sich abschließend äußern, wie sie sich nun fühlen und mit welchen Emotionen sie an die weiteren Schritte gehen.

Mögliche Leitfragen

„Wie geht es Euch mit der von uns gemeinsam entworfenen Vision? Seid Ihr zufrieden mit dem Ergebnis? Was haltet Ihr für die größte Gefahr?“

Umsetzungsmöglichkeiten

Hier ergeben sich nach de Bono eine Vielzahl von Möglichkeiten. Die emotionale Phase ist ganz besonders wichtig, um die Teilnehmer mit einer guten Stimmung aus dem Workshop zu entlassen. Nur wenn sie selbst von Ihrer Vision überzeugt sind, wirst Du selbst auch alle anderen relevanten Partner des Unternehmens davon überzeugen können. Es kann aber auch gut sein, dass sich herausstellt, dass die in der schwarzen Phase gesammelten Risiken und Probleme überwiegen, sodass sich ein insgesamt negatives Stimmungsbild ergibt. An dieser Stelle sollte man sich fragen, ob das Projekt insgesamt überhaupt Sinn macht.

Alternativ lässt sich auch nach jeder Phase eine rote Zwischenphase einschieben, sozusagen als kurze Feedbackrunde über die derzeitige Stimmung in der Gruppe.

Effekt der de-Bono-Methode

Ich habe die Sechs-Phasen-Methode nach de Bono bereits mehrfach für Kreativworkshops genutzt und habe jedes Mal einen sehr positiven Effekt erlebt. Zum einen „blockieren“ sich die Teilnehmer nicht untereinander mit anstrengenden Diskussionen, da sie in jeder Phase stets in die gleiche Richtung (parallel) denken, zum anderen stellt die Methode nach de Bono sicher, dass keine Perspektive unter den Tisch fällt und es zu späteren Zeitpunkten Dinge gibt, die man nicht bedacht hat.

Bei größeren Projekten kann es sich anbieten, diesen Workshops mehrmals durchzuführen, wenn sich Risiken und Schwierigkeiten bewahrheitet haben und die ursprüngliche Vision nicht umsetzbar ist und somit angepasst werden muss.

Dieser Download ist Teil der Methodenkiste! Jedes unserer Handouts besteht aus einer meist zweiseitigen PDF. Auf diese Weise kannst Du Dir ganz leicht Deine eigene Methodensammlung zusammenstellen, Handouts herausnehmen für Deine eigene Workshop-Planung und vieles mehr.

Das Konzept basiert auf einer sogenannten Loseblatt-Sammlung.

 

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