Archäologenpuzzle

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Archäologenpuzzle

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Vielleicht geht es Dir ja manchmal so wie uns. Du hast einen Schulungsinhalt in Form eines Textes oder einer Tabelle. Aber Du weißt nicht so recht, wie Du es bewerkstelligen kannst, dass sich Deine Teilnehmer intensiv damit auseinandersetzen. Meist sind das irgendwelche Übersichten, von denen man denkt, dass man sie „einfach präsentiert“, weil einem dazu keine Übung einfällt.

Eine gute Möglichkeit, eine intensive Beschäftigung mit dem Schulungsinhalt zu erzielen, ist das sogenannte Archäologenpuzzle. Dabei gibst Du vor, dass zu Deinem Workshopthema kürzlich wertvolle Funde bei Grabungen entdeckt wurden. Leider sind die Funde (wie bei Grabungen üblich) in viele Einzelteile zerbrochen. Deine Teilnehmer schlüpfen nun in die Rolle der Archäologen, deren Aufgabe es ist, den Inhalt zu rekonstruieren.

Artikelnummer: fwr-mk-002 Kategorie: Schlagwörter: , ,

Beschreibung

Beim Archäologenpuzzle zerschneidest Du Texte, Tabellen oder andere Handouts in kleine Puzzleteile. Statt Deinen Teilnehmern also die „fertige Lösung“ zu einem Schulungsthema auf dem Silbertablett zu präsentieren, machst Du es ihnen vielmehr zur Aufgabe, die Lösung selbst zu (re-)konstruieren. Das kann in Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit geschehen. Dabei kannst Du den Schwierigkeitsgrad der Aufgabe durch die Anzahl der Puzzleteile variieren. Ganz schwierig wird es, wenn die Puzzleteile nur aus einzelnen Sätzen bestehen oder sogar Haupt- und Neben-sätze zerteilt wurden. Aber auch die Rekonstruktion von Tabellen wird zu einer kniffligen Aufgabe, wenn jede Spalte und jede Zeile wiederhergestellt werden muss und nur noch einzelne Tabellenzellen existieren.

Beispiel für ein Archäologenpuzzle

Die Taxonomie der Lernziele nach Benjamin Bloom besteht aus insgesamt drei Lernzielkategorien (kognitive, affektive und psychomotorische Lernziele), die allesamt fünf beziehungsweise sechs verschiedene Stufen aufweisen. In meinem Downloadbereich findest Du ein Handout, in dem alle drei Taxonomiestufen in jeweils einer Tabelle aufgelistet sind. Jede dieser Tabellen hat eine Spalte für die Lernzielstufen, eine Spalte mit Beispielen zu den Lernzielstufen und eine dritte Spalte mit Formulierungshilfen für die Lernzielstufen.

Diese drei Tabellen zerschneidet man so, dass nur noch die einzelnen Zellen übrig bleiben und bildet drei Teilnehmergruppen. Jede Gruppe erhält je eine zerschnittene Tabelle.(1) Die Teilnehmer haben also nur noch kleine Papierschnipsel, auf denen Lernzielstufen (1), Beispiele für Lernzielstufen (2) oder Formulierungshilfen für Lernzielstufen (3) stehen. Das könnte also in etwa so aussehen: „Verstehen“, „Die Taxonomie der Lernstufen für die eigene Schulungsplanung anwenden.“ und „auswählen, bestimmen, einordnen, einteilen, entnehmen, gegenüberstellen, herausstellen, isolieren, sortieren, testen, unterscheiden, untersuchen“

Die Teilnehmer müssen nun gemeinsam a) die Lernzielstufen in eine für sie sinnvolle bzw. die richtige Reihenfolge bringen, b) die Beispiele für die Lernzielstufen korrekt zuordnen und c) die Formulierungshilfen korrekt zuordnen.

Effekt

Diese Übung erscheint auf den ersten Blick etwas kindisch. Tatsächlich ist sie aber eine der schwersten Übungen, die Du Deinen Workshop-Teilnehmern aufgeben kannst. Die Rekonstruktion der fachlichen Inhalte fördert eine extrem intensive Auseinandersetzung mit dem Thema. Außerdem führt sie dazu, dass Deine Teilnehmer sehr stark untereinander diskutieren und debattieren. Insbesondere für Teilnehmer, die (angeblich) immer schon alles können oder wissen, ist das Archäologenpuzzle eine lehrreiche Aufgabe.

Letztlich ist es gar nicht so wichtig, dass Deine Teilnehmer zum Schluss der Übung „die eine richtige Lösung“ gefunden haben. Im Vordergrund steht vielmehr der intensive und kollaborative Lernprozess Deiner Teilnehmer.

Dieser Download ist Teil der Methodenkiste! Jedes unserer Handouts besteht aus einer meist zweiseitigen PDF. Auf diese Weise kannst Du Dir ganz leicht Deine eigene Methodensammlung zusammenstellen, Handouts herausnehmen für Deine eigene Workshop-Planung und vieles mehr.

Das Konzept basiert auf einer sogenannten Loseblatt-Sammlung.

Anmerkungen   [ + ]

1.Es empfiehlt sich übrigens, die Lernzieltabellen auf Karton mit unterschiedlichen Farben zu drucken, damit die Puzzleteile leichter affektiven, kognitiven und psychomotorischen Lernzielen zugeordnet werden können.

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