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Purpose ist das vierte Prinzip unserer New Work Beratung. Neben Autonomie, Flow und Kollaboration sorgt Purpose dafür, dass sich alle Mitarbeiter einer Organisation als Teil von etwas Größerem fühlen und das entsteht, was wir Purpose Driven Organizations nennen.

Was sind Purpose Driven Organizations?

Mit Purpose Driven Organizations bezeichnen wir Organisationen, die sich bei allem, was sie tun und wie sie es tun, von einem gemeinsamen Ziel leiten lassen. Im Grunde also jede Art von Organisation, die sich einer gemeinsam geteilten Vision verschrieben hat und eine konkrete Mission verfolgt, die diese Vision zum Leben erwecken soll.

Deshalb besitzt die Art und Weise, wie etwas verwirklicht wird, entscheidende Bedeutung, weil Purpose Driven Organizations nicht handeln, um damit etwas zu erreichen. Sondern indem eine Organisation die Dinge so umsetzt, wie es ihren gemeinsamen (agilen) Werten entspricht, verwirklicht sie ihren Zweck bereits unmittelbar.

Resonante Ziele

Unserer Meinung nach kommt Purpose eine ganz besondere Rolle zu, da er das erzeugt, was wir als Resonante Ziele bezeichnen. Dabei spielt es auch gar keine große Rolle, ob Purpose als gemeinsames WARUM, als Vision & Mission oder als Just Cause ausformuliert wurde.

Purpose Driven Organizations & New Work

Für diese Art von Organisationen steht Purpose als Ziel oder Beweggrund im Fokus und bildet dadurch eine Art Nexus oder Kern, um den sich alle anderen Elemente gruppieren. Natürlich müssen auch Purpose Driven Organizations profitabel sein und Umsätze erzielen. Profit ist für sie jedoch nicht (mehr) der eigentliche Unternehmenszweck, sondern das Mittel oder der Treibstoff, der notwendig ist, um den eigentlichen Zweck der Organisation zu erreichen.

Damit sind Purpose Driven Organizations für uns das, was wir unter New Work verstehen, da es ihnen gelingt, die Art von Arbeit zu verwirklichen, die wir wirklich, wirklich wollen.

In unserem Blog findest Du viele Artikel, die diesen Aspekt von New Work weiter vertiefen oder aus anderen Perspektiven beleuchten.

Start with Why

Wenn Du Dein Unternehmen in eine Purpose Driven Organization transformieren möchtest möchtest, kann Dir der Golden Circle von Simon Sinek eine große methodische Hilfe dabei sein. Der Golden Circle hilft Dir dabei, mit Deinen Kollegen ein gemeinsames WARUM zu formulieren, das den Kern Eurer Organisation darstellt.

TED-Talk von Simon Sinek

Falls Du den Golden Circle noch nicht kennst, solltest Du Dir zuerst den legendären TED-Talk von Simon Sinek anschauen:

Mehr über den Golden Circle

In diesen Blogartikeln erfährst Du mehr über den Golden Circle und wie Du ihn gemeinsam mit Deinem Team erarbeiten kannst.

  • Lies unsere Review zu Start with Why.

  • In unserer Review zu Find your Why findest Du Hilfe, wie Du das WARUM Deiner Organisation herausfinden kannst.

Purpose Driven Organizations entwickeln

Mit Hilfe des Golden Circles von Simon Sinek kannst Du für Deine Organisation ein gemeinsames WARUM formulieren. Doch das WARUM alleine führt nicht automatisch dazu, dass Du auf dieser Basis ein tragfähiges Geschäftsmodell entwickelt hast. Hierbei unterstützt Dich das sogenannte Business Model Canvas (kurz BMC) von Alexander Osterwalder.

Das Business Model Canvas

In diesem Video findest Du eine kurze Einführung in die Funktionsweise des Business Model Canvas und wie es Dir dabei hilft, ein tragfähiges Geschäftsmodell zu entwickeln.

Mehr über das Business Model Canvas

Neben dem Business Model Canvas gibt es noch eine Menge weiterer Tools von Alexander Osterwalder, um ein Geschäftsmodell zu entwickeln. Zu allen von ihnen hat er sehr lesenswerte Bücher geschrieben. Zu diesen Tools und Büchern haben wir einige Artikel in unserem Blog geschrieben.

  • Im Buch Business Model Generation erhältst Du einen umfangreichen Einstieg in die Funktionsweise und die Arbeit mit dem Business Model Canvas.

  • Mit dem Value Proposition Canvas hat Alexander Osterwalder eine sinnvolle Ergänzung geliefert, die besonders hilfreich ist, um Kundenbedarfe zu erkennen. (Zu seinem Buch Value Proposition Design haben wir auch eine Review in unserem Blog geschrieben.)

  • In The Invincible Company werden viele verschiedene Geschäftsmodelle – sogenannte Business Model Patterns – vorgestellt, die Dir eine Idee davon vermitteln, wie Vielfältig die Arbeit mit dem Business Model Canvas sein kann.

Business Model Pattern – Purpose Driven Organization

Eines der in The Invincible Company vorgestellten Business Model Patterns ist an dieser Stelle für uns von besonderem Interesse: die Purpose Driven Organization.

Wenn Du das Business Model Canvas kennst, weißt Du bestimmt schon, dass es darauf gar keinen Bereich gibt, in dem Du Dein WARUM oder Deine Unternehmensvision eintragen könntest.

Purpose Driven Organizations - Business Model Patterns - Business Model Canvas

Man könnte das sogar als Mangel des Canvas ansehen, dass dieser Bereich nicht vorhanden ist und der Versuchung erliegen, es zu erweitern. Wir glauben allerdings, dass das gar nicht unbedingt notwendig ist.

Doch auch wenn Alexander Osterwalder darauf verzichtet hat, einen Bereich für das WARUM eines Business Models zu seinem Canvas hinzuzufügen, existieren klare Bereiche, die dem WIE und dem WAS von Sineks Golden Circles entsprechen.

Das WIE auf dem BMC

Die Elemente Key ActivitiesKey Partners und Key Resources des Business Model Canvas entsprechen WIE des Golden Circles. In diesen drei Bausteinen hältst Du fest, WIE Euer Produkt oder Service hergestellt wird. WIE und mit welchen Partnern Dein Unternehmen zusammenarbeitet (und mit welchen nicht). Und WIE die Ressourcen produziert oder genutzt werden, die zur Herstellung Eures Produktes notwendig sind.

Das WAS auf dem BMC

Auch das WAS Deiner Organisation findet sich auf dem Business Model Canvas wieder: Es ist Deine Value Proposition, also Dein Produkt oder Dein Service.

Besitzt Deine Organisation ein klares WARUM, ist Deine Value Proposition (das WAS) die Manifestation dessen, woran Deine Organisation glaubt. Das mag zwar recht pathetisch klingen, bringt es aber exakt auf den Punkt. (Der Organisationsentwickler Edgar Schein spricht in seinem Kulturebenen-Model auch von sogenannten Artefakten.)

Kernfrage einer Purpose Driven Organization

Die Kernfrage, auf die Du mit Deiner Purpose Driven Organization eine Antwort finden musst, lautet deshalb:

Wie können wir unsere Key Activities, Key Resources und Key Partnerships so an unserem gemeinsamen WARUM ausrichten, dass unsere Value Proposition zur Manifestation unseres WARUM wird?

Wikimedia Foundation als Beispiel einer Purpose Driven Organization

Purpose Driven Organizations - Wikimedia Foundation

Damit Du den Aufbau einer Purpose Driven Organization auf dem Business Model Canvas besser nachvollziehen kannst, haben wir die Wikimedia Foundation an dieser Stelle einmal ausführlich für Dich ausgearbeitet.

Das WARUM der Wikimedia Foundation

Die 2003 gegründete Wikimedia Foundation hat die Vision, das Wissen der Menschheit zu sammeln, für jeden kostenlos zur Verfügung zu stellen und einen historisch einzigartigen Ort des Wissensaustausches zu schaffen. Das WARUM der Wikimedia Foundation hat natürlich einen großen Einfluss darauf, WIE diese Organisation bestimmte Dinge umsetzt, um sie zum Leben zu erwecken.

Das WIE der Wikimedia Foundation

Aus dem WARUM ergibt sich, dass die Wikimedia Foundation eine Non-Profit-Organisation ist und sich durch Spenden finanziert. Ihr Geschäftsmodell basiert darauf, dass es Menschen gibt, die an das Gleiche glauben wie die Wikimedia Foundation. (Und bereit sind, für ihren Erhalt Geld zu spenden.) Die zwei wichtigsten Key Activities sind daher Spenden sammeln und Wikipedianer gewinnen.

Außerdem müssen gewissermaßen einfache Nutzer in Wikipedianer konvertiert werden, die Artikel für die Wikipedia schreiben. Sie werden zu ehrenamtlichen Key Partners, die ihr Wissen freiwillig und unentgeltlich mit allen anderen teilen.

Creative-Commons-Lizenzen, die freies Wissen erst möglich machen, spielen eine zentrale Rolle als Key Resource. Nur durch diese Lizenzen kann Wissen so geteilt werden, dass sich der für alle Beteiligten größtmögliche Nutzen ergibt.

Das WAS der Wikimedia Foundation: Die Wikipedia

All das zusammengenommen ergibt die Wikipedia, wie wir sie kennen. Auf dem Business Model Canvas findet sie sich deshalb als WAS beziehungsweise Value Proposition wieder.

Die Wikimedia Foundation auf dem Business Model Canvas

Bilden wir die Wikimedia Foundation als Purpose Driven Organization auf dem Business Model Canvas ab, erhalten wir folgende Darstellung:

Business-Model-Pattern-Purpose-Driven-Organizations-scaled.jpg
Freies Wissen
Wikipedianer
Spenden sammeln
Wikipedianer gewinnen
Creative Commons
Die Wikipedia

Weitere Beispiele für Purpose Driven Organizations

Es gibt natürlich unzählige weitere Beispiele für Purpose Driven Organizations. Damit Du Dich noch ein wenig inspirieren lassen kannst, haben wir unserem Blog einige von ihnen genauer vorgestellt.