Stille Post

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Stille Post

Wenn Du gelegentlich mit Teilnehmern konfrontiert bist, denen nicht genau klar ist, wie leicht Informationen während der Weitergabe verfremdet werden können und wie leicht sie auch komplett verloren gehen können, dann ist die Übung „Stille Post“ genau das Richtige für Dich! Diese Methode macht das Phänomen sehr anschaulich und hilft Deinen Teilnehmern auch sehr gut dabei, aktives Zuhören zu verstehen.

Beschreibung

Für die Methode „Stille Post“ räumst Du zuerst (gemeinsam mit den Teilnehmern) die Raumausstattung ein wenig beiseite, um auf der frei gewordenen Fläche zwei Stühle einander gegenüber zu platzieren. Danach kündigst Du an, dass Du nun eine Übung zum Thema „aktives Zuhören“ durchführen möchtest und schickst alle Teilnehmer (bis auf einen) aus dem Schulungsraum, ohne dass diese zunächst wissen, was die Übung beinhaltet. Der verbliebene Teilnehmer nimmt auf einem der beiden Stühle Platz.

Diesem Teilnehmer zeigst Du nun ein Bild, das er sich gut einprägen soll. Er darf aber keine Notizen oder Zeichnungen anfertigen! Seine Aufgabe ist es, dieses Bild einem der Teilnehmer, die draußen warten, anschließend aus dem Gedächtnis zu beschreiben. Nachdem Dein Teilnehmer das Bild eine Weile lang anschauen konnte, lässt Du es Dir zurückgeben und verstaust es dann außer Sichtweite. Dann holst Du den ersten Teilnehmer vom Flur wieder in den Schulungsraum.

Sobald dieser Teilnehmer auf dem zweiten Stuhl Platz genommen hat, gibst Du die Aufgabe an jeden Lerner weiter. Dem Teilnehmer, dem Du das Bild gezeigt hast, sagst Du: „Beschreibe Deinem Kollegen das Bild, das Du gesehen hast in allen Einzelheiten, an die Du Dich erinnern kannst!“

Dem anderen Teilnehmer sagst Du: „Merk Dir die Beschreibung des Bildes, die Du gleich erhalten wirst. Denn es wird daran anschließend Deine Aufgabe sein, einem der Teilnehmer, die jetzt noch auf dem Flur stehen, diese Beschreibung weiterzugeben. Es gibt dabei allerdings eine wichtige Spielregel: Du darfst gleich, wenn das Bild beschrieben wird, keine Rückfragen oder ähnliches stellen, nichts wiederholen und sich keine Notizen machen. Du darfst ausschließlich zuhören.“

Dann kann es losgehen und der erste Teilnehmer beschreibt das Bild (so gut er kann). Wenn dem „Beschreiber“ nichts mehr einfällt, darf er aufstehen und sich auf seinen eigentlichen Platz setzen. Der Teilnehmer, der die Beschreibung erhalten hat, wechselt nun den Stuhl und ist für die nächste Runde der Bildbeschreiber. Dann holst Du einen weiteren Teilnehmer vom Flur in den Seminarraum und der ganze Prozess wird wiederholt. Ab jetzt ist natürlich kein Teilnehmer mehr dabei, der das Original-Bild gesehen hat! Denn dieses sieht nur der allererste Teilnehmer dieser Übung!

Wiederhole den ganzen Prozess solange, bis der letzte Teilnehmer wieder im Raum ist und die (nun extrem ungenaue) Beschreibung des Bildes erhalten hat. Seine abschließende Aufgabe ist es dann, das Bild auf ein Flipchart zu zeichnen – natürlich ohne das Original vorher gesehen zu haben und ausschließlich auf Basis der Beschreibung, die er gerade erhalten hat. Die anderen Teilnehmer dürfen nicht helfen!

Sobald der Teilnehmer mit seiner Zeichnung fertig ist, holst Du das Original hervor und vergleichst es gemeinsam mit allen Teilnehmern. Dann holst Du einen vorbereiteten Flipchart mit der Überschrift „Aktives Zuhören“ hervor und sammelst gemeinsam mit Deinen Teilnehmern Vorschläge dazu, wie man den Verlust von Informationen bei dieser Übung hätte verhindern können.

Effekt

Durch das Stille-Post-Prinzip wird bei der Übung die Beschreibung des Bildes von Mal zu Mal ungenauer. Dieser schleichende Prozess ist besonders gut für die Teilnehmer zu beobachten, die relativ früh in den Raum geholt wurden. Sie bemerken sofort, welche Informationen nun plötzlich fehlen, was verändert wurde oder wo es ungenau wird. Der Vergleich des Ursprungsbildes mit der Zeichnung des letzten Teilnehmers sorgt regelmäßig für großen Spaß, da oft überhaupt nichts mehr stimmt.

Der beste Effekt ist allerdings: Alle Teilnehmer haben nach der Übung eine Vielzahl toller Ideen und Techniken, die man nutzen kann, um möglichst viel Information bei der Weitergabe „zu retten“ und wissen somit sehr genau, wie aktives Zuhören funktioniert.

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Komplette Methodenkiste

Für alle, die neu bei der Methodenkiste einsteigen oder keine Lust haben, sich jede Methode einzeln herunterzuladen, gibt es die Methodenkiste nun als fortlaufend aktualisierten Komplett-Download!
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Von |2018-09-11T09:25:00+00:0017. November 2016|Kategorien: Methodenkiste, Methodik|Schlagworte: , , |0 Kommentare

Über den Autoren:

Ich glaube an eine Arbeitswelt, in der Menschen darauf brennen, am Montag endlich wieder zur Arbeit gehen zu dürfen. Deshalb helfe ich Menschen, Unternehmen und Organisationen, Arbeitsumgebungen so zu gestalten, dass sich Motivation und Engagement entfalten können.

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