OKR sind ein gutes Mittel, um einem Team oder einem Unternehmen dabei zu helfen, Ziele so zu setzen, dass jeder einzelne Mitarbeiter in die gleiche Richtung strebt. OKR helfen Dir also dabei, ein Ziel besonders effizient zu verfolgen. Aber Objectives & Key Results sind (für sich genommen) noch keine Garantie dafür, dass Dein Team auch die richtigen Ziele verfolgt. So gesehen, sind OKR erst einmal nur die halbe Miete. In diesem Beitrag zeige ich Dir deshalb, wie Du den Goldenen Kreis von Simon Sinek dazu nutzen kannst, wenn Du gute OKR formulieren möchtest.

Was Objectives leisten und was nicht

Um zu verdeutlichen, was ich genau damit meine, habe ich Dir mal ein paar Beispiele für Objectives aus John Doerrs lesenswertem Buch herausgeschrieben. Im ganzen Buch verteilt finden sich eine Menge unterschiedlicher Ziele:

  • Unterstützung der Personaleinstellungen im Unternehmen
  • Weiterführung des Aufbaus eines Weltklasse-Teams

  • Schaffen eines gesunden und produktiven Arbeitsumfelds, da wir auf mehr als 150 Mitarbeiter anwachsen werden

  • Mehr Menschen weltweit helfen

  • Bereitstellung großartiger Mitarbeitertechnologie-Lösungen und -Strategien

  • Globale Ausrottung von Malaria bis 2040

  • Coursera bei neuen Studenten bekannter machen

Alle diese Objectives der verschiedenen Unternehmen sind – wenn man die entsprechenden Kapitel in John Doerrs Buch gelesen hat – durchaus sinnvolle und gute Objectives. Auch die dazugehörigen Key Results (die ich der Übersichtlichkeit halber weggelassen habe) sind absolut nachvollziehbar. Warum es sinnvolle Objectives sind, erschließt sich jedoch nur dann, wenn man den Kontext kennt, in dem sich ein Unternehmen gerade befindet.

Worauf die OKR alleine aber keine Antwort geben, ist: WARUM wir dieses oder jenes Objective verfolgen wollen (oder sollten). Manche Objectives sind natürlich mehr oder weniger direkt nachvollziehbar. Wir brauchen sicherlich nicht darüber zu diskutieren, dass die Globale Ausrottung von Malaria bis 2040 ein sinnvolles Ziel ist. Aber WARUM möchten wir Coursera bei neuen Studenten bekannter machen? Oder WARUM ist das Objective die Bereitstellung großartiger Mitarbeitertechnologie-Lösungen und -Strategien? Darauf gibt das Objective selbst keine Antwort.

Genau da liegt aber der Knackpunkt, wenn Du gute OKR formulieren willst. Alle oben genannten Objectives, die John Doerr erwähnt, wurden von Unternehmen formuliert, die schon (ziemlich) genau wussten, WARUM sie bestimmte Ziele erreichen wollten.

Wenn Du also Schwierigkeiten dabei hast, gute OKR zu formulieren, dann könnte das eventuell daran liegen, dass Deinem Team oder Deinem Unternehmen nicht klar ist, WARUM diese oder jene Ziele verfolgt werden sollen. Denn letztlich geht es gerade bei der Formulierung von Objectives darum, qualitative Ziele zu formulieren, die intrinsische Motivation erzeugen. Intrinsische Ziele sind außerdem ein wichtiges Element, um ein Team in den Flow zu bringen.

Glücklicherweise bietet Simon Sinek in seinem Buch Finde Dein Warum eine hilfreiche Formel, mittels derer man ein WARUM formulieren kann und das Dir dadurch helfen kann, intrinsische Motivation (und Flow) zu erzeugen.

Die WARUM-Formel nach Simon Sinek

Das WARUM eines Unternehmens gibt eine Antwort auf zwei Dinge. Zum Einen macht es klar, was sein Beitrag ist. Zum Anderen benennt es, was die Wirkung dieses Beitrags für andere ist. Nach Simon Sinek sieht das Grundgerüst für ein klares WARUM folgendermaßen aus:

__________ (Beitrag), damit _________ (Wirkung  für andere)

Um Dir den Aufbau eines guten WARUM zu verdeutlichen, nutze ich an dieser Stelle einmal das WARUM von FlowWork.Rocks!, das Diana und ich formuliert haben. Es lautet:

Wir öffnen Räume und Strukturen und helfen Euch dabei, diesen Freiraum zu erobern, damit sich Eure Organisation zu einem wandlungsfähigen Organismus entwickeln kann.

Dieses WARUM ist unser persönlicher Nordstern und gibt uns Orientierung in unserem täglichen Handeln. Alles, was wir tun, zielt darauf ab, Organisationen dabei zu helfen, sich zu einem wandlungsfähigen Organismus zu entwickeln. Das ist die Wirkung, die wir erzielen möchten. (Und ja, das Wort Organismus ist kein Tippfehler, sondern Absicht. Wir glauben nämlich, dass die mechanische Sichtweise auf Unternehmen ausgedient hat. Das Wort Organismus ist viel näher an der Lebendigkeit, die durch menschliche Netzwerke erzeugt wird und ein Kerngedanke der Neuen Arbeit ist. Auch das agile Manifest betont, dass Individuen und Interaktion wichtiger sind als Prozesse und Werkzeuge.)

Ich will anders arbeiten!

Wir öffnen Räume und helfen Euch, diese Freiräume zu erobern!

Kontaktier uns, wenn Du unsere Unterstützung bei der Weiterentwicklung Deines Teams, Deiner Abteilung oder Deines Unternehmens brauchst. Wir helfen Euch dabei, Eure Organisation zu einem wandlungsfähigen Organismus zu entwickeln.
Ich will anders arbeiten!

OKR sind das WAS im Goldenen Kreis von Simon Sinek

An dieser Stelle kannst Du nun sehr gut erkennen, wie Dir ein klares WARUM dabei helfen kann, gute Objectives zu formulieren. Im Grunde sind Objectives nämlich nichts anderes als das WAS aus Sineks Goldenem Kreis. Objectives sagen Dir, WAS Du tun musst (oder solltest), um Dein WARUM zu verwirklichen. Key Results geben Dir eine Antwort darauf, WIE Du Dein WAS erreichen kannst.

Wenn Du diesen Grundsatz beherzigst, wird es Dir gelingen, die Art von Zielen zu formulieren, die wir als sogenannte Indem-Ziele bezeichnen.

Um gute OKR formulieren zu können und den maximalen Effekt aus der Methodik zu ziehen, ist es wichtig, dass Eure OKR auf dem WARUM Eures Unternehmens oder Eures Teams aufsetzen. Wenn Eure Organisation also damit begonnen hat, sich mit OKR zu beschäftigen, solltet Ihr prüfen, ob Ihr bereits an starkes und klares WARUM habt. Oder falls Ihr vielleicht schon damit begonnen habt, OKR zu verwenden, diese aber „irgenwie nicht so richtig zünden“ wollen, mag der Ursprung darin liegen, dass Ihr eben kein WARUM entwickelt habt. Schlimmstenfalls widersprechen Eure OKR dem WARUM Eurer Organisation und stoßen deshalb auf große Widerstände innerhalb des Unternehmens.