Wie beschreibt man einen vierwöchigen MOOC? So richtig habe ich darauf, glaube ich, noch gar keine Antwort. Aber zumindest will ich mich einmal daran versuchen. Über Feedback und Kommentare freue ich mich natürlich!

Die nackten Zahlen

Zunächst einmal war der MOOC mit knapp 60 Teilnehmern sicherlich nicht „massive“, sodass man so gesehen wohl eher von einem SPOC (Small Private Online Course) sprechen könnte. Allerdings waren, wenn man einen Zeitraum von einer Woche zugrunde legt, den gesamten Kurs über stets um die 20 Teilgeber online und haben die Plattform besucht. Damit liegt die Beteiligungsquote mit ca. 25-30 % sogar sehr hoch. In den Foren zu jeder Kurswoche wurden insgesamt über 200 Beiträge geschrieben, was sicherlich auch ein guter Wert ist. Getwittert wurde zwar deutlich weniger, als man es sonst von anderen MOOCs gewohnt ist, aber da ich mich ja bewusst an Neueinsteiger gewendet habe, war das erwartbar.

Webinare

Für die wöchentlichen KickOff-Sessions habe ich den Anbieter Edudip genutzt und ich muss sagen, dass mir die Plattform für meine Zwecke außerordentlich gut gefallen hat. Sie ist extrem intuitiv zu bedienen und bietet alles, was man für ein gutes Webinar benötigt. Die Sessions konnten aufgezeichnet werden, sodass es problemlos möglich war, jedem Teilgeber, der nicht an der Live-Session teilnehmen konnte, die Infos auch per Video noch zur Verfügung zu stellen.

Die Live-Sessions fanden immer am Sonntag um 17:00 statt, was sich als guter Termin herausstellte. In den vergangenen MOOCs, an denen ich selbst teilnahm, fand ich die KickOffs am Montag um 13:00 immer sehr ärgerlich. Es gibt eben nicht so viele Arbeitgeber, die es einem ermöglichen auf der Arbeit an sowas teilzunehmen. Klar kriegt man auch auf einem Sonntag nicht alle unter einen Hut, aber so hat zumindest jeder eine deutlich bessere Option, daran teilzunehmen. Die Länge von einer halben Stunde war ebenfalls in Ordnung. Zwar hatte ich in jeder Session das Gefühl, man könnte jetzt noch stundenlang weiter miteinander reden und diskutieren, aber als kurze Einführung und als Impuls für die kommende Lernwoche war das eine absolut perfekte Länge.

Didaktischer Spannungsbogen

In der Planung und Vorbereitung für den MOOC ist es für mich ein sehr wichtiger Aspekt gewesen, nicht mit einem „großen Knall“ zu starten, sondern die Teilgeber von Woche zu Woche „tiefer“ in das Thema „hineinzusaugen“ und eine Art „Spannungsbogen“ zu erzeugen. Deshalb sind wir in der ersten Woche mit wenig Material und Input gestartet, das wir dann stetig ausgeweitet haben. Vom Flow-Erleben bei jedem einzelnen über Hintergründe zum Thema Motivation, dann hin zu Umsetzungsmöglichkeiten und Perspektiven durch Gamification, bis wir dann schließlich mit dem Thema Team Flow und Augenhöhe über neue Formen der Arbeit und Organisationskultur gesprochen haben. Unterstützt habe ich diesen thematischen Bogen noch dadurch, dass die Interviews mit Stefan Bornemann und Nadine Nobile & Sven Franke ganz bewusst erst zum Ende des MOOCs stattfanden. So gab es erst zum Finale die echten Highlights des Kurses und jeder hatte noch einen kleinen Event, auf den man sich freuen konnte.

Lerneffekt

Was mich wirklich überrascht hat, war zum einen, dass das Thema Flow nach knapp 5 Jahrzehnten immer noch so wenig bekannt ist und irgendwie eine Art „Schattendasein“ fristet. Auf der anderen Seite kristallisierte sich (für mich) heraus, dass Flow zugleich in so vielen diskutierten Bereichen und Gebieten außerordentlich relevant ist. Für mich hat sich die anfängliche Annahme bestätigt: Flow und Motivation sind zwei absolut grundlegende Elemente, wenn es um die Diskussion New Work geht.

Es hat sich auch als eine sehr gute Wahl herausgestellt, sich nicht auf Aufgaben oder Quizzes zu fokussieren, sondern den Teilgebern durchaus nur Denk- und Diskussionsimpulse zu geben, die jeden (inklusive mir selbst) zum Nach- und Weiterdenken animiert haben.

Alles in allem hat es also (trotz des hohen Aufwandes) extrem viel Spaß gemacht und es war bestimmt nicht mein letzter MOOC, den ich selbst initiiert habe!

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