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Dan Arielys TED-Talk zeigt, wie intrinsische Motivation durch die Bedeutung einer Tätigkeit entsteht und liefert so eine gute Erklärung für das Gamification-Prinzip Epic Meaning. Das Origami-Experiment, das LEGO-Bionicles-Experiment und auch das Schredder-Experiment machen drei Dinge sehr deutlich:

  • Versuchspersonen, deren fertige Bionicles bis zum Ende des Tests gesammelt werden (Meaningful Condition), produzieren 50 % mehr Figuren als die Versuchspersonen, deren Bionicles direkt nach Fertigstellung wieder zerlegt werden (Sisyphic Condition).

  • Persönliche Vorlieben, eine Tätigkeit auszuüben, werden durch Meaningful Conditions verstärkt, während der Sisyphic Conditions bei allen Versuchspersonen gleich stark demotivierend wirken.
  • Das Schredder-Experiment zeigt, dass es fast genauso demotivierend ist, eine fertiggestellte Arbeit oder ein Endprodukt nicht zu wertschätzen und zu würdigen, wie dieses Endprodukt direkt vor den Augen seines Urhebers zu zerstören.

Nun könnte man meinen, dass es für Epic Meaning von Belang sei, dass die ausgeführte Tätigkeit außerordentlich wichtig sein muss. Dan Arlielys Experimente, die er in seinem Buch PayOff vorstellt, zeigen jedoch, dass genau das nicht der Fall ist. Schon einfache Formen der Wertschätzung (wie ein „Hmh“) führen zu einer höheren Motivation. Das simple Aufbewahren eines LEGO-Bionicles oder das Notieren eines Namens auf einem Blatt Papier haben starke Auswirkungen auf die Motivation von Menschen.

Der Unterschied zwischen Wert und Bedeutung

Um dieses Phänomen zu begreifen, ist eine begriffliche Trennung aus Jane McGonigals Buch Reality is broken hilfreich. Sie unterscheidet nämlich zwischen Wert (value) und Bedeutung (meaning). Während ein Wert vor allem durch die Faktoren Wichtigkeit (importance) und Folgen (consequences) bestimmt ist, trifft das auf Bedeutung nicht zu. Tätigkeiten im Spiel sind nicht wichtig und haben auch so gesehen erst einmal keine Konsequenzen. (Wenn das Spiel beendet ist, ist die Welt immer noch die gleiche wie zuvor.)

Doch nur weil eine Tätigkeit keinen Wert hat, heißt das nicht, dass sie keinerlei Bedeutung hat. Bedeutung ist im System selbst angelegt. Im Spiel entsteht Bedeutung durch die vereinbarten Spielregeln: den Ball über die Torlinie zu bewegen bedeutet beim Fußball „Tor“ und führt zum Sieg einer Mannschaft. (Sofern sie mehr Tore schießt als die gegnerische Mannschaft.) Gäbe es diese Regel nicht, hätte das Schießen eines Tores keine Bedeutung für das Spiel, so wie es für das Spiel nicht von Bedeutung ist, wie schnell der Ball ins Tor geschossen wird. Man könnte aber durchaus eine solche Regel einführen: unter 100 km/h zählt ein geschossenes Tor mit einem (1) Punkt, ab 100+ km/h gibt es zwei (2) Punkte.

Von Meaning zu Epic Meaning

Durch Epic Meaning wird die im Spielsystem liegende Bedeutung ins Extreme getrieben. Epic Meaning gibt dem Teilnehmer das Gefühl, Teil von etwas Größerem zu sein.

Drei Möglichkeiten, um Epic Meaning zu erzeugen

Um Epic Meaning zu erzeugen, gibt es drei grundsätzliche Möglichkeiten. Erstens können wir einen epischen Kontext erzeugen. Zweitens durch eine epische Umgebung. Oder drittens durch epische Projekte.

Epic Meaning Gamification

Gemeinnützige Projekte wie Wikipedia zeigen, wie stark Epic Meaning wirken kann: Autoren dieser Webseite haben das Gefühl, Teil von etwas Größerem zu sein. Das motiviert sie, viel Freizeit in das Schreiben von Artikeln zu investieren. Aber auch Firmen versuchen durch Werbung, Marketing und andere Maßnahmen, eine Aura um sich herum zu errichten. So versuchen sie, auch Kunden dazu zu bringen, sich als Teil von etwas Größerem zu fühlen. Oder wenigstens als Teil einer exklusiven Gemeinschaft. (Letzteres gelingt beispielsweise der Firma Apple außerordentlich gut.)

Epic Meaning stellt also ein effektives Mittel dar, intrinsische Motivation zu erzeugen, selbst wenn die Tätigkeit selbst keinen Wert besitzt. Das erklärt einleuchtend, wieso Menschen einer (unserer Meinung nach) sinnlosen Beschäftigung nachgehen, die keinerlei Wert besitzt. Nur liegt es daran, dass uns ihre Anziehungskraft verschlossen bleibt, weil wir die Bedeutung im Spielsystem nicht erkennen.

Purpose Driven Organizations

Für die Arbeit scheinen jedoch andere Regeln zu gelten. Wer möchte schon in einer Organisation arbeiten, in der zwar alle Prozesse und Spielregeln herrlich ineinander greifen, aber die Arbeit selbst keinen Sinn hat? Immerhin war bei der bekannten Google-Studie aus dem Jahr 2015 Impact unter den TOP5 für erfolgreiches Teamwork.

Wenn Organisationen also erreichen wollen, dass ihre Mitarbeiter wirklich Teil von etwas Größerem sind (und nicht nur das Gefühl haben), müssen sie zur Purpose Driven Organisation werden.

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