Die meisten Firmen behaupten ja von sich, außerordentlich innovativ zu sein. Den wenigsten ist allerdings klar, dass es zwei grundsätzlich verschiedene Arten von Innovation gibt. Zum Einen gibt es die Innovation, die Bestehendes immer weiter verbessert und optimiert. In diesem Fall spricht man von linearer Innovation. Zum Anderen gibt es Innovation, die etwas vollkommen Neues erschafft und bisher Existierendes auf den Kopf stellt. In diesem Fall nennen wir das emergente Innovation.

Lineare Innovation

Lineare Innovation ist die fortlaufende Verbesserung des bereits Bestehenden. Ein gutes Beispiel hierfür sind etwa Smartphones. Angetrieben vom Wettstreit der Hersteller untereinander, hat sich die Leistungsfähigkeit von Smartphones immer weiter verbessert. Ihre Bildschirme und ihre Auflösung haben sich vergrößert, die Akkulaufzeiten werden immer besser und dergleichen mehr. Die Grundidee von Smartphones hat sich aber dadurch nicht grundlegend verändert. Das heißt, sie werden zwar leistungsfähiger und besser, aber im Grunde ist ein heutiges Smartphone nicht sehr viel anders als noch vor einigen Jahren.

Lineare Innovation wird wie oben bereits  erwähnt in erster Linie durch den Wettstreit von Herstellern untereinander gefördert. Ihr liegt in erster Linie konvergentes Denken zu Grunde: Bestehende Konzepte und Ideen werden immer weiter verfeinert und verbessert. Standards etablieren sich und Produkte erscheinen auf einem sich formenden Markt. Bis dieses Produkt so weit ausgeformt ist, dass Veränderungen für Kunden kaum noch wahrnehmbar sind. (Maximal als Verbesserung in Preis, Qualität, Haltbarkeit etc.) Dieser Prozess entspricht dem, was Simon Wardley als Evolution bezeichnet.

Emergente Innovation

Emergente Innovation hingegen hat einen vollkommen anderen Charakter. Sie führt dazu, dass aktuell Bestehendes und Etabliertes in Frage gestellt wird. Emergente Innovation hat also einen durchweg disruptiven Charakter. Sie bedeutet nicht Mehr vom Gleichen, sondern etwas vollkommen Neues. Auch das Smartphone war ursprünglich eine emergente Innovation, denn die Einführung des iPhones im Jahr 2007 hat dazu geführt, dass die Nutzung von Handys vollkommen neu gedacht werden konnte und sich bereits Existierendes vollkommen verändert hat.

Im Gegensatz zur linearen Innovation entsteht emergente Innovation nicht durch Verfeinerung des bereits Existierenden. Sie entsteht vielmehr durch divergentes, ausstreuendes Denken. Statt also fokussiert auf die Lösung und Verbesserung bereits bekannter Probleme hinzuarbeiten, kann emergente Innovation nur dann entstehen, wenn wir unseren Denkraum öffnen und erweitern.

Lineare und emergente Innovation auf der Wardley Map

Lineare und emergente Innovation auf der Wardley Map

Nutzt man eine Wardley Map, um diesen Unterschied zu visualisieren, könnte das so aussehen wie hier links zu sehen. Lineare Innovation wird durch den Wettstreit der Hersteller untereinander angetrieben und hat somit eine fortschreitende Evolution des Produktes zur Folge. Die emergente Innovation hingegen bedeutet einen Quantensprung. Sie verändert die aktuell existierende Wertschöpfungskette eines Unternehmens hin zum Kunden vollkommen. Zwar mag zur Geburtsstunde dieser Innovation noch kein klarer Markt existieren und viele Risiken und Unsicherheiten sie in Frage stellen. Aber wir können sicher sein, dass die emergente Innovation den gleichen evolutionären Prozess durchlaufen wird, wie das vorhergehende Produkt, aus dem es entstanden ist.

Mit dieser Karte können wir leicht erkennen, dass – falls unsere eigene Einnahmequelle ein Standardprodukt ist – die Wertschöpfung hin zum Kunden wenig Potenzial für die Zukunft hat. Und das ist selbst dann der Fall, wenn es uns gelingen sollte, unser Produkt immer weiter zu verbessern, zu verfeinern oder anderweitig zu optimieren. Fakt ist, dass durch das Auftreten einer emergenten Innovation diese einen evolutionären Prozess durchlaufen wird, der meine eigene Wertschöpfungskette früher oder später durchbrechen wird, wenn es gelingt, Kundenutzen besser zu bedienen, als ich das mit meinem eigenen Produkt kann.

Emergente Innovation erzeugen durch Future7

Eine Möglichkeit, emergente Innovation zu ermöglichen ist Future Design. Mit dieser Methode werden ganz bewusst eingetretene Pfade verlassen und einengende Denkräume geöffnet. Beim Future Design erzeugen wir in zweierlei Hinsicht Perspektivenvielfalt. Zum Einen eine Perspektivenvielfalt durch sieben unterschiedliche Räume und Betrachtungsweisen auf ein und das gleiche Thema. Zum Anderen erzeugen wir Perspektivenvielfalt durch möglichst viele Beteiligte aus unterschiedlichen Bereichen und Abteilungen eines Unternehmens an diesem Thema.

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